Eisproduzenten kommen ins Schwitzen
Hitze beschert Durstlöschern Absatzrekorde

Das Geschäft mit Eis, Mineralwasser und Bier boomt. Wegen der anhaltenden Hitze läuft die Produktion der Erfrischer und Durstlöscher bundesweit auf Hochtouren - teils rund um die Uhr und an den Wochenenden. Das ergab eine dpa-Umfrage am Donnerstag.

dpa HAMBURG. Viele Eishersteller, Brauereien und Mineralwasserproduzenten fahren Sonderschichten, um die große Nachfrage zu befriedigen. Engpässe konnten nach Angaben der Unternehmen daher bisher vermieden werden.

Besonders gefragte Durstlöscher sind Mineralwasser und Bier. Der Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM) in Bonn rechnet für 2003 mit einem Absatzrekord. Die Franken Brunnen GmbH & Co. KG in Neustadt an der Aisch etwa liefert nach eigenen Angaben derzeit mehr als vier Mill. Flaschen täglich aus und damit 20 % mehr als 2002. Auch der Staatliche Mineralbrunnen Bad Brückenau in Unterfranken meldete ein Plus von gut 30 %. VDM-Sprecherin Heike Bölk sagte, trotz der hitzebedingt starken Nachfrage gebe es - auch bei Flaschen - keine Engpässe. „Die Versorgung mit Mineralwasser ist gesichert.“

Auch der Bierfluss staut nach Angaben des Deutschen Brauer-Bundes bislang nicht. In Einzelfällen könne es sein, dass der Kunde kurzfristig sein Lieblingsbier nicht erhalte, sagte Verbandssprecher Erich Dederichs in Bonn. Die „Grundversorgung“ sei aber gesichert. „Es wird immer Bier geben.“ Wegen des höheren Kohlensäureanteils seien zur Zeit besonders Weizenbiere gefragt. Wie hoch der Bierabsatz im Gesamtjahr sein werde, lasse sich noch nicht vorhersagen. Im Juni war der Absatz um 9,3 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

„Die Hitze bringt auch uns richtig ins Schwitzen“, sagte ein Sprecher der Holsten Brauerei in Hamburg. Rund um die Uhr werde inzwischen gearbeitet, um die große Nachfrage zu befriedigen. Besonders begehrt seien Biermischgetränke wie Radler. „Der Schub durch die Hitze lindert den Absatzknick seit Januar, gleicht ihn aber nicht aus“, sagte der Holsten-Sprecher. Durch Einführung des Pflichtpfandes zu Jahresbeginn sei der Absatz bei Einwegdosen im ersten Halbjahr 2003 um 70 % eingebrochen. Ein Sprecher des Holsten-Konkurrenten Warsteiner betonte, der Absatz sei nicht nur von den Temperaturen abhängig: „Hitze ist ein wichtiger Faktor - ebenso wichtig sind Produktpalette, Werbung oder die Aufstellung im Handel.“

Auch die Eisproduzenten kommen bei der anhaltenden Hitze ins Schwitzen und müssen Sonderschichten fahren. In den drei Werken des Nürnberger Eisherstellers Schöller wird nach Unternehmensangaben sogar am Wochenende gearbeitet. Nach Angaben von Schöller-Sprecherin Barbara Groll ist während der heißen Tage vor allem Fruchteis gefragt. Bei Ausverkauf bestimmter Sorten könne meist innerhalb eines Tages für Nachschub gesorgt werden.

Beim Schöller-Konkurrenten Langnese wird ebenfalls im 24-Stunden- Betrieb produziert. „In Schwimmbädern und Freizeitparks verkaufen wir so viel, dass wir kaum nachkommen mit dem Nachliefern“, sagte der Marketingdirektor des Eisherstellers, Harald Melwisch. Absatzzahlen wollte er nicht nennen. „Wir können noch alles liefern, müssen aber hart arbeiten, um lieferfähig zu bleiben."

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