Elegant Resorts
Thomas Cook kauft britischen Luxusreisen-Anbieter

Europas zweitgrößter Touristikkonzern Thomas Cook übernimmt den britischen Luxusreisen-Anbieter Elegant Resorts. Das Unternehmen plant, weitere Märkte zu erschließen.

HB PETERBOROUGH. Zudem will Thomas Cook in den russischen und den chinesischen Reisemarkt einsteigen. "Wir sind relativ weit mit der Suche nach einem Partner in Russland", sagte der Chef des Thomas-Cook- Mutterkonzerns Arcandor, Thomas Middelhoff, am Sonntag im britischen Peterborough. Die künftige russische Tochter solle sowohl das Veranstaltergeschäft als auch eine eigene Vertriebsorganisation umfassen, sagte Thomas-Cook-Chef Manny Fontenla-Novoa. Für China plant Thomas Cook ein ähnliches Modell.

Verkäufer von Elegant Resorts seien die Gründer und bisherigen Anteilseigner Geoff Moss und Barbara Catchpole, teilte Thomas Cook am Montag in London mit. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Elegant Resorts beförderte demnach im vergangenen Jahr rund 20 000 Passagiere. Die Übernahme werde aus liquiden Mitteln finanziert. Elegant Resorts soll als eigenständiges Unternehmen im Konzern erhalten bleiben und vom bisherigen Management geführt werden. Thomas Cook will mit dem Zukauf sein Segment Individualreisen stärken.

Darüber hinaus hat Thomas Cook, das zu 52 Prozent dem Essener Handelskonzern Arcandor gehört, laut Fontenla-Novoa einen "erheblichen Betrag" für eine größere Übernahme zur Verfügung. Allerdings werde eine solch große Übernahme voraussichtlich nicht mehr dieses Jahr stattfinden.

Die Investitionen in die Wachstumsmärkte wie Russland müsse man auf lange Zeit sehen, sagte Fontenla-Novoa. Dies gelte auch für Indien und den Nahen Osten, wo Thomas Cook vor einem Monat seine frühere Tochtergesellschaft Thomas Cook India, einen Ableger in Ägypten und Markenrechte für mehrere Staaten für bis zu 249 Mill. Euro von einem Investor zurückgekauft hatte. "Der indische Markt wächst um 14 Prozent pro Jahr. Wir mussten eine hohe Prämie zahlen", sagte Fontenla-Novoa.

Die geplanten Fusionen unter den deutschen Fluggesellschaften dürften Thomas Cook das Geschäft erleichtern. Durch den Verkauf der Thomas-Cook-Tochter Condor an Air Berlin und den geplanten Zusammenschluss des Lufthansa -Ablegers Germanwings mit der TUI - Tochter TUIfly würden Überkapazitäten aus dem Markt genommen, sagte Fontenla-Novoa. Thomas Cook will nach dem Verkauf von Condor bis zu 29,99 Prozent an der fusionierten Fluggesellschaft halten. Der am Freitag verkündete Einstieg des russischstämmigen US-Milliardärs Leonard Blawatnik bei Air Berlin soll daran nichts ändern.

Thomas Cook sieht sich bei seinen Gewinnzielen in den kommenden beiden Jahren gut auf Kurs. Gefahren für die Gewinnentwicklung sieht Fontenla-Novoa allerdings in der Entwicklung der Treibstoffpreise und der Währungskursentwicklung zwischen britischem Pfund und Euro.

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