Elektronik-Tochter
Rewe prüft Trennung von Promarkt

Eigentlich läuft es bei dem Handelsunternehmen nicht schlecht, aber die defizitäre Tochter Promarkt bleibt ein Sorgenkind. Jetzt stellt die Geschäftsführung das Unternehmen auf den Prüfstand.
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KölnLange hatte der Rewe-Konzern die Verkaufsgerüchte seiner schwächelnden Tochter Promarkt zurückgewiesen. „In jeder Familie gibt es kranke Kinder und wir haben ein paar kranke Kinder“, hörte man noch vom Chef Alain Caparros vor knapp einem Jahr. „Das ist und bleibt ein Gerücht“, sagte er damals. Die Rewe habe bei ihren Toom-Baummärkten gezeigt, dass sie schwächelnde Töchter wieder auf Kurs bringen könne.

Inzwischen hat er es sich wohl anders überlegt, der Verlustbringer muss weg. Die Geschäftsführung wird den Verkauf ihrer Unterhaltungselektronik-Filialen prüfen, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns, die am Mittwoch verschickt wurde. Vorstand Frank Wiemer: „Angesichts der enormen Verschärfung des Wettbewerbs im deutschen Unterhaltungselektronik-Markt und insbesondere vor dem Hintergrund der dramatischen Verschiebung von Umsatzanteilen vom stationären Handel zum Online-Geschäft in diesem Segment müssen wir den Verkauf von Promarkt in Betracht ziehen. Perspektiven für eine profitable Zukunft des stationären Geschäfts von ProMarkt sind derzeit auch mittelfristig nicht gegeben.“

Schon Anfang März hatte es entsprechende Medienberichte gegeben. Rewe-Chef Alain Caparros dringe auf eine schnelle Trennung von ProMarkt, berichtete die „Lebensmittel Zeitung“. Es soll sogar schon ein Verkaufsprospekt verschickt worden sein. In Branchenkreisen war allein für das Jahr 2011 von einem Verlust von rund 40 Millionen Euro die Rede. Damit sei Promarkt der zweitgrößte Verlustbringer im Kölner Konzern nach der Discounttochter Penny.

Mit einem Marktanteil von zuletzt 1,4 Prozent am Unterhaltungselektronik-Gesamtmarkt in Deutschland fehlen die Voraussetzungen für eine Restrukturierung von Promarkt aus eigener Kraft. Zum Zeitplan der Prüfung macht das Unternehmen keine Angaben. Bei einem möglichen Verkauf soll die Übernahme der Mitarbeiter durch potenzielle Käufer angestrebt werden.

Die genossenschaftliche Rewe Group ist einer der führenden Handels- und Touristikkonzerne in Deutschland und Europa. Im Jahr 2012 erzielte das Unternehmen einen Gesamtaußenumsatz von rund 50 Milliarden Euro. Die 1927 gegründete Gruppe ist mit ihren 327.000 Beschäftigten und 15.500 Märkten in 13 europäischen Ländern präsent. In Deutschland erwirtschafteten im Jahr 2012 rund 226.000 Mitarbeiter in rund 11.000 Märkten einen Umsatz von 36 Milliarden Euro.

Carina Kontio ist Redakteurin im Ressort Unternehmen & Märkte.
Carina Kontio
Handelsblatt / Redakteurin Unternehmen

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