Elektronikhändler DSG in roten Zahlen
Woolworths-Pleite schockiert Briten

Die Zusammenbrüche der traditionsreichen Kaufhauskette Woolworths und des Möbelhändlers MFI haben die Nervosität im britischen Einzelhandel weiter gesteigert. Vor dem kritischen Weihnachtsgeschäft befürchten Konkurrenten nun Räumungsverkäufe zu Dumping-Preisen. Die Zahlen weiterer Handelskonzerne bestätigten die düstere Lage.

LONDON. Europas zweitgrößter Elektronikhändler DSG International rutscht in die roten Zahlen, beteuert aber, ausreichende finanzielle Reserven zu haben. Die führende europäische Baumarktkette Kingfisher hielt sich insgesamt gut, schockierte Analysten aber mit einem Umsatzeinbruch in China.

Woolworths und MFI kämpften schon seit längerem mit niedrigen Umsätzen und sind daher keine überraschenden Opfer der Rezession. Beide bestellten am Mittwoch Insolvenzverwalter – in Großbritannien machen das die Unternehmen selbst und nicht die Gerichte. Insgesamt rund 30 000 Beschäftigte in mehr als 900 Filialen sind davon betroffen.

Vor allem die Pleite von Woolworths nach fast 100-jähriger Unternehmensgeschichte in Großbritannien beherrschte die Schlagzeilen. Die mehr als 800 Filialen bleiben nach Angaben des Insolvenzverwalters Deloitte über Weihnachten hinaus geöffnet; die Gehälter werden weiterbezahlt. Es gebe eine Reihe von Kaufinteressenten für Teile des Unternehmens. Deloitte lässt sich von dem Restrukturierungsexperten Hilco UK beraten. Woolworths hat keine Verbindung zur deutschen Kaufhauskette Woolworth.

Der private Konsum habe sich sehr schnell sehr deutlich verschlechtert, sagte David Stoddart, Analyst bei der Investmentbank Altium Capital. Unerwartet kommt das nicht: Der Immobilienmarkt rutscht immer weiter ab, die Briten sind hoch verschuldet und die Arbeitslosenzahl steigt. Der Einzelhandelsumsatz fällt nach Zahlen des Wirtschaftsverbandes CBI seit sieben Monaten. Der genossenschaftliche Handelskonzern John Lewis, der mit wöchentlichen Umsatzzahlen den aktuellsten Einblick in die Lage bietet, berichtete zuletzt für seine Kaufhäuser einen Umsatz von 13 Prozent unter Vorjahr.

Bisher leiden am stärksten Produktkategorien, die eng mit Hauskauf und Einrichtung zusammenhängen, etwa Möbel, Küchengeräte oder Renovierungsbedarf. Typisch für eine Rezession ist auch, dass die Kunden größere Anschaffungen wie neue Fernsehgeräte verschieben.

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