Elektronikhändler
Media-Saturn-Streit landet bei Schiedsgericht

Der Machtkampf bei Europas größtem Elektronikhändler geht weiter. Das Oberlandesgericht München verwies den Streit zwischen Mehrheitseigner Metro und Firmengründer Kellerhals an ein Schiedsgericht.
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MünchenMoralappell statt Richterspruch: Im erbitterten Machtkampf bei Europas größtem Elektronikhändler Media-Saturn hilft nach Ansicht des Oberlandesgerichts München nur noch ein Einlenken der Streithähne. Führten Großaktionär Metro und die Minderheitseigner die juristischen Verfahren zu Ende, seien die Konsequenzen für das Unternehmen negativ, sagte der Vorsitzende Richter Hartmut Fischer am Donnerstag.

„Deshalb mein fast moralischer Appell: Die Gesellschafter mögen sich wieder zusammenraufen.“ Er mahnte sie, sich zu einigen oder sich zu trennen, um Media-Saturn nicht zu schaden. Inhaltlich sah sich das Oberlandesgericht, wo der Streit in die zweite Instanz ging, laut vorläufiger Rechtsauffassung nicht zuständig.

Ein Schiedsgericht müsse entscheiden, mit welcher Mehrheit der bei Media-Saturn - gegen den Willen der Firmengründer Erich Kellerhals und Leopold Stiefel - eingerichtete Beirat entscheide und wofür er zuständig sei. Der Handelsriese Metro hält gut 75 Prozent an Media-Saturn, benötigt aber laut Firmenstatuten für wichtige Entscheidungen eine Mehrheit von 80 Prozent. Ein Schiedsspruch wird für den 24. Juli erwartet.

Kellerhals hatte allerdings bereits deutlich gemacht, dass er ein Schiedsgericht ablehnt, weil er es für nicht zuständig hält. Metro-Anwalt Peter Gauweiler äußerte sich zuversichtlich für das Schiedsverfahren und verwies auf die vorangegangenen - nicht-öffentlichen - Termine. Auch die Kellerhals-Seite zeigte sich "vorsichtig optimistisch", sagte Anwalt Martin Schockenhoff. Außerdem gebe es mit dem Bundesgerichtshof noch eine dritte Instanz, um Dinge zu klären.

Richter Fischer verdeutlichte in verschiedenen Szenarien, dass die Streitpunkte unabhängig von Richtersprüchen bestehen blieben. Selbst für den Fall, dass der Beirat mit weniger als 80 Prozent entscheide, könne Kellerhals als Minderheitseigner jeden einzelnen Beschluss gerichtlich anfechten. So etwas tue einem Unternehmen in turbulenten Zeiten nicht gut.

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„Wenn es nicht funktioniert, zum Scheidungsrichter“

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