Elektroschocker und Flüchtlingskrise: Waffenhändler berichten von „Kaufrausch“

Elektroschocker und Flüchtlingskrise
Waffenhändler berichten von „Kaufrausch“

Nach den Silvesterübergriffen von Köln stürmen die Deutschen die Waffenläden. Elektroschocker sind bundesweit vielfach ausverkauft. Der führende Hersteller sitzt in Tschechien – und will nun auf die Nachfrage reagieren.

Düsseldorf/DuisburgDer Unfall passierte hinterm Tresen. Christian Ahlhorn führte seinem Kunden einen Elektroschocker vor – und berührte dabei versehentlich die eigene Hand. Der Verkäufer des Duisburger Waffengeschäfts Dittmar & Brouns erlitt einen starken Muskelkrampf. Er hatte das Gefühl, als reiße ihm jemand den Arm aus. Inzwischen erzählt Ahlhorn die Geschichte im Beratungsgespräch. Und die Kunden sind offenbar begeistert. Elektroschocker sind in dem Laden in der Fußgängerzone restlos ausverkauft.

Nicht nur in Duisburg boomt das Geschäft. Wie das Handelsblatt in einer Umfrage feststellte, sind Elektroschocker bei zahlreichen Waffenhändlern bundesweit ausverkauft. Erhebliche Zuwächse hatte die Branche zuletzt schon bei Pfefferspray sowie bei Gas- und Schreckschusspistolen verzeichnet. Laut Aussagen der Händler fühlten sich viele Kunden nach den sexuellen Übergriffen in mehreren Großstädten in der Silvesternacht nicht mehr sicher.

Das Ergebnis lässt sich im ganzen Land beobachten. Ob in Berlin, Stuttgart, München, Dresden oder Düsseldorf: Überall melden die Waffengeschäfte, dass sie alle Elektroschocker verkauft hätten. Ein Händler in Hamburg spricht von einem regelrechten „Kaufrausch“. Weil die Lieferanten nicht mit einem solchen Ansturm gerechnet hätten, käme es nun zu Engpässen.

Wann die nächste Lieferung kommt, können die meisten Händler derzeit nicht sagen. „Wir bekommen am Montag ein paar rosafarbene Elektroschocker. Aber das war's erstmal“, sagt ein Verkäufer aus Frankfurt. Auch beim größten Online-Waffenhändler „Akah“ sind die batteriebetriebenen Geräte zur Zeit vergriffen. Im Unterschied zu Gas- oder Schreckschusspistolen darf man Elektroschocker auch ohne kleinen Waffenschein mit sich führen.

Wer dem Boom nachgeht, landet in einem Gewerbegebiet im Süden von Prag. Hier sitzt Vladimir Kupa mit seiner Firma Euro Security Products. Das Unternehmen stellt den so genannten „Power Max“ her und ist nach eigenen Angaben Marktführer für Elektroschocker in Europa. „Im Moment erhalten wir drei bis vier Mal so viele Bestellungen wie üblich“, sagt Kupa, der sich als Geschäftsführer und Eigentümer vorstellt. Es gebe sogar schon Lieferschwierigkeiten bei Einzelteilen.

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