Emeza wird eingestampft
Zalando hat Luxus-Probleme

Mit Edelmarken im Luxus-Shop Emeza wollte das Unternehmen eine neue, kaufkräftige Zielgruppe erschließen – doch das Segment ist heftig umkämpft. Jetzt macht Zalando seinen Edel-Spross nach neun Monaten wieder dicht.
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DüsseldorfSchrei vor Glück oder schick's zurück: Frei nach dem berühmt berüchtigten Werbeslogan (den man in der Zwischenzeit wieder geändert hat) scheint der Berliner Internet-Händler Zalando nun mit einem seiner jüngsten Sprösslinge zu verfahren. Das Portal Emeza, mit dem man Luxus-Shopper umgarnen wollte, die mehrere hundert Euro für eine Handtasche zahlen, wird wieder eingestellt – und zwar nach nur neun Monaten Laufzeit.

Dies berichtet das Start-up-Portal „Gründerszene.de“. Unter Berufung auf das Umfeld von Zalando sollen Aufwand und Ergebnis in einem allzu schlechten Verhältnis gestanden haben. Ein Unternehmenssprecher wollte sich dazu nicht äußern.

Hoffnung gibt es aber für die 30-40 Mitarbeiter. Die meisten von ihnen sollen auf andere Zalando-Projekte verteilt werden.

Erst Ende März wurde die glamouröse Edel-Plattform Emeza gestartet, um über diese Seite internationale Top-Modemarken wie DKNY, Michael Kors oder Missoni anbieten zu können, die sich auf Zalando nur bedingt wohl fühlten. Dabei griff Emeza, wie man es von Samwer-Projekten kennt, bereits bewährte Ideen auf. So ähnelte die Seite sehr stark net-a-porter.com des Schweizer Luxus-Artikelhersteller Richemont und mytheresa.com.

Allerdings sei das Angebot im Gegensatz zu den anderen Luxus-Portalen überschaubar gewesen. Zwar versicherte Zalando im Frühling, dass nach und nach weitere Designerkollektionen folgen, doch viele der ganz großen Namen fehlten im Sortiment. So hat sich letztlich die Hoffnung, mit jungen Top-Marken Umsätze zu erzielen, nicht erfüllt.

Dabei klang Felix Zirkler, der die Geschäfte im Trio mit Remco van Zanten und Sandy Bontout führte, noch im März so optimistisch; auch wenn damals schon klar war, dass die Gewinnaussichten im Luxussegment eher mau sind. „Unsere Analysen zeigen, dass das ein sehr großer, wachsender und auch ein sehr profitabler Markt ist“, so Zirkler im Interview mit Handelsblatt Online.

Konkrete Angaben zur Gewinnschwelle machte er allerdings nicht. Nur so viel: „Natürlich, jedes Geschäftsmodell sollte das Ziel haben ein auf eigenen Beinen stehendes profitables Konzept zu sein und wir wären nicht in den Markt gegangen, wenn wir nicht daran glauben würden, dass wir das erreichen werden“, so Zirkler. Zumindest mittelfristig wollte er profitabel mit Emeza wirtschaften. Doch daraus wurde scheinbar nichts.

Eingedampft statt eingestampft wird Kiomi. Die Zalando-Eigenmarke dürfte dem Bericht zufolge zwar weiter bestehen bleiben – aber ohne einen eigenen Shop. Es gebe die Produkte künftig wieder ausschließlich über die Zalando-Seite. Das 2008 gegründete Unternehmen Zalando schreibt noch immer Verluste. 2012 lag der Umsatz bei 1,15 Milliarden Euro in 14 Ländern.

Carina Kontio ist Redakteurin im Ressort Unternehmen & Märkte.
Carina Kontio
Handelsblatt / Redakteurin Unternehmen

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  • Über 1 Mrd. Umsatz mit der Brechstange, verbrannte Erde im Einzelhandel hinterlassen und kein break even in Sicht. Vielleicht sollten die quirligen BWLer doch nochmal einen Blick in ihre Schulbücher werfen

  • ... und wenn sich kein dummer Großinvestor mehr findet, der die Verluste mit frischem Geld auffängt, wird die Hütte an die Börse gebracht - dumme Kleininvestoren gibt es genügend.

  • soviel zur skalierbarkeit aller produktabsätze

    das zalando geschäftsmodell führt auch dazu,daß retounierte warenbestände das unternehmen ersticken.da hilft auch kein outlet in der köpenickerstraße zu berlin xberg

    jeder kunde in berlin weiß.daß er sich dort den modekram billiger abholen kann,er muß nur warten.eine frage der zeit

    zalando ist gehypt wie vormals die klingeltonschmiede jamba

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