Emirates
Großkunde stellt Airbus miserables Zeugnis aus

In den vergangenen Monaten musste sich Airbus viel Kritik von seinen Kunden gefallen lassen: Das Großraumflugzeug A380 werde zu spät ausgeliefert, der geplante Langstrecken-Jet A350 sei technisch veraltet. Der Chef der Fluggesellschaft Emirates, Tim Clark, legt nun nochmal nach. Für ihn hat Airbus-Erzrivale Boeing in etlichen Bereichen die Nase vorn.

HAMBURG. „Ich mache mir wirklich Sorgen wegen der Lieferzeiten des A380“, sagte Clark der „Welt am Sonntag“. Wegen der großen Nachfrage sei schon jetzt bis 2011 oder 2012 kein Flugzeug mehr zu bekommen. Die in Dubai beheimatete Emirates hat 45 der Riesenflugzeuge mit mehr als 550 Sitzen bestellt. Das Unternehmen gehört damit zu den größten Kunden des europäischen Flugzeugbauers.

„Airbus nennt uns immer noch April 2007 als Termin (für die erste Auslieferung)“, sagte Clark der Zeitung. „Aber Hand aufs Herz: Ich glaube eher an April/Mai. Vielleicht.“ Der erste Airbus A380 soll nach Angaben des Flugzeugbauers Ende des Jahres an Air Singapore ausgeliefert werden – dabei musste der Hersteller bereits eine Verzögerung von rund acht Monaten zum ursprünglichen Termin bekannt geben. Emirates Airlines soll dann im kommenden Frühjahr folgen.

„Airbus muss meiner Ansicht nach die A380-Produktion verdoppeln: Sie wollen etwa alle neun Tage einen A380 bauen. Das müssten sie in drei oder vier Tagen schaffen, um die Nachfrage zu befriedigen“, sagte Clark der Zeitung.

Zuletzt hatte Clark mit seiner Kritik am kleineren Langstrecken-Flugzeug A350 für Aufsehen gesorgt. Airbus musste daraufhin und auf die Kritik anderer Abnehmer mehrere Milliarden Euro in eine Überarbeitung des Modells investieren. Clarks Kritik an Airbus geht jedoch noch weiter. „Airbus hat eine ganze Reihe von Problemen“, sagte er nun. Der viermotorige Airbus A340 verbrauche zu viel Sprit, der A330 schneide im Vergleich zur Boeing 787 schlechter ab. „Für mich steht hinter der gesamten Produktpalette von Airbus, mit Ausnahme des A320 und des A380, ein großes Fragezeichen“, sagte Clark in dem Interview.

Für Emirates Airlines plant Clark eine weitere Expansion. Fest steht bereits, dass die Fluggesellschaft ab Herbst täglich einen Flug von Hamburg nach New York anbieten wird. Hierfür bestehe eine entsprechende Nachfrage. Allerdings sei Hamburg nur der Anfang. So fasst er auch eine Verbindung von Berlin nach New York ins Auge. Der Airbus A380 soll die Hauptstrecken von Dubai aus bedienen. Mit einer Reichweite von 14 bis 15 Stunden Flugzeit würden mit dem Jet sowohl die Ostküsten der USA und Australiens erreicht, als auch ganz Europa und ganz Asien.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%