Emirates und Co. unter Druck
US-Airlines attackieren arabische Konkurrenten

Die drei großen Fluggesellschaften der USA machen mobil gegen Emirates, Etihad und Qatar. Ihr Vorwurf: Unfairer Wettbewerb durch staatliche Zuschüsse. An die US-Regierung stellen sie eine drastische Forderung.
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DüsseldorfAmerican, Delta und United dominieren den Airline-Markt in den USA. Die Fluggesellschaften sind Konkurrenten und schenken sich nichts – doch jetzt sind sie sich ausnahmsweise einmal einig. Ihre Vorstandschefs Doug Parker, Richard Anderson und Jeff Smisek bemängeln einen unfairen Wettbewerb mit den Airlines vom Persischen Golf. Gemeinsam fordern sie die Politik auf, den US-Markt abzuschotten.

Die drei Staats-Airlines vom Golf – Emirates, Etihad und Qatar Airways – hätten bisher 40 Milliarden Dollar an staatlichen Zuschüssen erhalten, bemängeln die US-Fluggesellschaften. Ende Januar legten Parker, Anderson und Smisek der US-Regierung eine Präsentation vor, in der sie die Wettbewerbsvorteile der Konkurrenten anprangern.

Gemeinsam fordern sie, das „Open Skies“-Abkommen mit Katar und den Vereinigten Emiraten aufzukündigen. Derartige Abkommen befreien bisher den Luftverkehr von Kapazitäts- und Preiskontrollen. Die USA haben „Open Skies“-Vereinbarungen mit mehr als 100 Staaten.

Im Falle der Airlines vom Persischen Golf solle eine Art „Fair Skies“-Abkommen her – heißt im Klartext: keine staatlichen Subventionen und die Beschränkung auf ein Angebot, das nicht über die lokale Nachfrage in Katar und den Emiraten hinausgeht. Doch dort werden die Flughäfen zu großen Drehkreuzen ausgebaut. Das gesamte Geschäftsprinzip basiert auf Umsteigerverkehr.

Pikant ist die Forderung zudem, weil viele US-Fluggesellschaften unter dem Insolvenzverfahren nach dem sogenannten Chapter 11 milliardenschwere Altlasten loswurden. Also auf gewisse Weise selbst vom Staat profitierten.

Die Reaktion folgte auf dem Fuße. Emirates-Chef Tim Clark erklärte, noch nie staatliche Zuschüsse erhalten zu haben. Die Forderung nach einer Abschottung des US-Marktes nannte Clark eine „Schande“. Von Etihad ist hingegen bekannt, dass die Airline von einem zinslosen Gesellschafterdarlehen des Emirats Abu Dhabi profitiert. Qatar Airways soll ähnliche Hilfe in Anspruch genommen haben.

Über Emirates und Co. beschweren sich aber nicht nur die US-Airlines. In einem gemeinsamen Brief hatten sich nach Handelsblatt-Informationen Lufthansa-Chef Carsten Spohr und der Chairman von Air France-KLM, Alexandre de Juniac, kurz vor Weihnachten an die EU-Kommission gewandt. Den europäischen Institutionen müsse „so schnell wie möglich ein Vorschlag unterbreitet werden, um eine verbesserte und effizientere Verteidigung des fairen Wettbewerbs zu sichern“, heißt es in dem Brief. Die EU solle bei Beteiligungen von Golf-Airlines in Europa sicherstellen, dass eine europäische Airline auch von Europäern geführt wird.

Tobias Döring, Redakteur Unternehmen, Handelsblatt Online
Tobias Döring
Handelsblatt / Chef vom Dienst

Kommentare zu " Emirates und Co. unter Druck: US-Airlines attackieren arabische Konkurrenten"

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  • Deutschland unterstützt den Islam hemmungslos? Dies hat man vor Jahren schon feststellen können. Spitzenreiter sind hier: Fr. Merkel, Hr. Gauck und Hr. Wulff!!

  • Erst wenn nach Iberia, Alitalia, BMI, Olympic, LOT, .....auch Lufthansa und AirFrance pleite gegangen sind, wachen vielleicht die EU_Funktionäre auf !!!!

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