Emirates vs. US-Airlines
Nichts außer „Gepolter und Schwindel“

Die Reisemesse ITB in Berlin nutzt Emirates-Chef Tim Clark für eine Attacke gegen die großen US-Airlines. Die machen Druck auf die US-Politik, gegen die Golf-Airlines vorzugehen. Angst vor Folgen hat Clark keine.
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Düsseldorf/BerlinDer Krach zwischen den großen US-Fluggesellschaften und den Golf-Airlines droht zu eskalieren. Während American Airlines, Delta und United offenbar darüber nachdenken, sich Hilfe beim US-Kongress zu suchen, kündigt Emirates-Chef Tim Clark einen Besuch in Washington an.

Clark sagte, er werde dort Spitzenpolitiker treffen. Die Beschwerden der US-Wettbewerber seien „Gepolter und Schwindel“, so der Airline-Chef am Donnerstag im Rahmen der Reisemesse ITB in Berlin. Emirates und seine Konkurrenten Etihad und Qatar Airways hätten keine faire Chance bekommen, auf die Anschuldigungen zu reagieren. Die US-Airlines hätten zwei Jahre benötigt, um ihren Bericht zusammenzustellen.

American, Delta und United hatten der US-Regierung eine Präsentation vorgelegt, in der sie die Wettbewerbsvorteile der Konkurrenten anprangern. Die drei Staats-Airlines vom Golf hätten bisher 40 Milliarden Dollar an staatlichen Zuschüssen erhalten, bemängelten die US-Fluggesellschaften. Gemeinsam forderten sie, das „Open Skies“-Abkommen mit Katar und den Vereinigten Emiraten aufzukündigen. Das könnte in letzter Konsequenz zufolge haben, dass den ungeliebten Konkurrenten Strecken- und Landerechte in den USA entzogen würden.

Er sei überrascht, dass es soweit gekommen sei, ohne dass er angesprochen worden sei, sagte Clark. „Ich habe ein Problem mit der Form, nicht mit dem Inhalt.“ Diesen werde man zu handhaben wissen.

Zwei Insider hatten Bloomberg gesagt, dass die drei großen US-Airlines nun Unterstützung für ihre Forderung beim Kongress suchen wollen. American, Delta und United sollten ihre Langstrecken-Strategie überdenken, konterte Clark in Berlin. Die Risiken seien gering, dass die „Open Skies“-Abkommen mit den USA und Europa in Frage gestellt würden. Dafür stehe wirtschaftlich zu viel auf dem Spiel.

Während der Debatte hatte sich Delta-Chef Richard Anderson einen peinlichen Aussetzer geleistet, in dem er die Golf-Airlines in die Nähe der Attentäter des 11. September 2001 rückte.

Emirates ist die größte der Fluggesellschaften vom Persischen Golf. Die staatliche Airline von Dubai betreibt weltweit die größte Flotte des A380 und ist Airbus wichtigster Kunde für den Superjumbo. Clark kündigte weitere Bestellungen des größten Passagierflugzeugs an, wenn der europäische Luft- und Rüstungskonzern die Maschine mit neuen Triebwerken weiterentwickelt. Dazu erwartet der Emirates-Chef eine Entscheidung von Airbus zur Jahresmitte.

Tobias Döring, Redakteur Unternehmen, Handelsblatt Online
Tobias Döring
Handelsblatt / Chef vom Dienst
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Bloomberg / Nachrichtenagentur

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