Enel kann in Frankreich aktiv werden und macht EDF den Weg nach Italien frei
Französische und italienische Stromversorger finden zusammen

Der französische Stromversorger EDF steht nach Informationen der Handelsblatt-Partnerzeitung „La Tribune“ kurz vor dem Abschluss eines Abkommens mit dem italienischen Versorger Enel. Danach kann Enel an verschiedenen Punkten in den französischen Markt einzusteigen.

ali/kk PARIS/MAILAND. So sollen sich die Italiener am drittgrößten französischen Versorger SNET beteiligen, der zu 18,75 Prozent EDF gehört. Ferner sollen sich die Italiener mit drei Mrd. Euro in eine Gesellschaft einsteigen, die in Frankreich die neuen ERP-Kernreaktoren betreibt. Diese sollen 2012 ans Netz gehen. Bis es so weit ist, soll Enel von EDF entsprechende Strom in Höhe von 1500 bis 2000 Megawatt beziehen. Dazu könnte Enel Teile des Ost-Europa-Geschäfts von EDF übernehmen, etwa die Strom-Vertriebsgesellschaft in der Slowakei. Offiziell sagt EDF zu den Gesprächen lediglich, die Diskussionen mit Enel liefen „konstruktiv“.

Eine Einigung mit Enel über den Einstieg in den französischen Strommarkt ist eine der Bedingungen der italienischen Regierung, um die Begrenzung der Stimmrechte von EDF beim italienischen Versorger Edison aufzuheben. Nachdem EDF sich an der Edison-Holding Italenergia Bis (IEB) mit rund 18 Prozent beteiligt hatte, blockierte der italienische Gesetzgeber die EDF-Stimmrechte auf zwei Prozent. Die Kritik: Frankreichs Staatsversorger EDF gehe im Ausland auf Einkaufstour, während die französischen Versorger abgeschirmt werden.

Derzeit arbeiten EDF und die französische Regierung auf drei Ebenen, um das Problem in Italien zu lösen. Zum einen gibt es die Gesprächen über die Beteiligungen der Italiener an Stromproduktionskapazitäten in Frankreich, um die geforderte Marktöffnung zu leisten. Dann könnte die Aufhebung Stimmrechtsbegrenzung bei Edison angegangen werden. Und schließlich muss EDF die Bedingung der Italiener erfüllen, Partner für die Edison-Beteiligung finden.

Mitte März erklärte EDF hierzu, dass der Versorger bereits rund zehn nicht bindende Gebote bekommen habe. Zu den Bietern zählen die Stadtwerke von Milan und Brescia, sowie der spanische Endesa-Konzern. Auch die deutsche Eon soll Interesse gezeigt haben.

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