Energie
Machtspiele belasten RWE

Die Machtverhältnisse beim von Grabenkämpfen zwischen Vorstandschef Jürgen Großmann und Teilen des Aufsichtsrates geprägten Energiekonzern RWE werden noch komplizierter: Großmann reizt seine Befugnisse aus und legt sich mit einflussreichen Aufsichtsräten an.

DÜSSELDORF. Die Machtverhältnisse beim ohnehin von Grabenkämpfen zwischen Vorstandschef Jürgen Großmann und Teilen des Aufsichtsrates geprägten Energiekonzern RWE werden noch komplizierter. Einflussreiche Aufsichtsräte wollen am kommenden Donnerstag bei einer regulären Sitzung eine Änderung der Geschäftsordnung durchsetzen, welche Großmanns Befugnisse beschneiden soll. Die geplante Klausel ist aber so pauschal, dass innerhalb des Gremiums schon gestritten wird, wie weitreichend die Neuregelung letztlich ist. Damit zeichnen sich bereits Konflikte bei konkreten Entscheidungen ab.

In einem Schreiben, dass die Aufsichtsräte Ende vergangener Woche erhalten haben, schlägt der Chef des Gremiums, Thomas Fischer, nach Informationen des Handelsblatts vor, "die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat zu ergänzen, wonach die Unternehmensplanung künftig der Zustimmung des Aufsichtsrates bedarf." Darunter fallen die Planungen für Ergebnisse, Investitionen, Finanzen und Beschäftigung. Bislang musste das Gremium nur bei Übernahmen mitentscheiden, nicht aber bei Investitionen. Hintergrund sind wiederholte Klagen von Aufsichtsräten, bei wichtigen Entscheidungen von Großmann nicht ausreichend eingebunden worden zu sein.

Während Großmanns Kritiker offenbar hoffen, künftig auch bei einzelnen Investitionsprojekten mitentscheiden zu können, wird das von seinen Unterstützern verneint. Es betreffe nur die Jahresplanung. Der Aufsichtsrat wolle sich gar nicht für einzelne operative Entscheidungen in die Haftung nehmen lassen. Solche Klauseln seien in großen Konzernen auch üblich. Bei Siemens beispielsweise, lautet sie fast identisch. Weder von Fischer, noch von Großmann war auf Anfrage eine Stellungnahme erhältlich. Angelegenheiten des Aufsichtsrates würden grundsätzlich nicht kommentiert, sagte ein Konzernsprecher.

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