Energiepreise
Hohe Stromkosten treiben Lebensmittelpreise

Nach Schätzung des Handelsverbandes Deutschland steigen die Verbraucherpreise in diesem Jahr um knapp zwei Prozent. Bedingt durch steigende Kosten für Energie und Wareneinsatz sinken die Margen in einigen Branchen.
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Die Verbraucher in Deutschland müssen mit weiter steigenden Preisen und zunehmenden Preisschwankungen bei einzelnen Produkten rechnen. Nach Schätzung des Handelsverbandes Deutschland (HDE) werden die Verbraucherpreise 2012 im Durchschnitt um knapp zwei Prozent steigen.

Damit würde sich der Anstieg aber zumindest verlangsamen, der 2011 noch bei 2,3 Prozent gelegen habe, erklärte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Donnerstag in Düsseldorf. Die schwächere Konjunktur deute darauf hin. Preistreiber seien vor allem die Kosten für Haushaltsenergie. Seit 2005 hätten sich Strom, Gas und Brennstoffe für private Haushalte um mehr als ein Drittel verteuert.

Auch Nahrungsmittelpreise stiegen infolge höherer Rohstoffkosten und Energiepreise für die Herstellung und den Transport in den vergangenen Jahren spürbar: Die Lebensmittel verteuerten sich laut HDE im Zeitraum 2005 bis 2011 im Schnitt um knapp 16 Prozent. Bei den einzelnen Produkten sei die Preisentwicklung allerdings sehr unterschiedlich. „Nicht alles wurde teurer“, unterstrich Genth. Neben dem Anstieg seien auch zunehmende Preisschwankungen zu beobachten.

Dies gelte vor allem für Kaffee und Kakao. Auch bei Fleisch, Obst und Gemüse schwankten Preise stark. Außerdem seien frische Produkte in der Gunst der Verbraucher spürbar gestiegen. Die Kunden seien beim Einkauf häufiger als noch vor wenigen Jahren bereit, für Bio, Fairtrade und Regionalität einen etwas höheren Preis zu zahlen. „Der Einzelhandel zeigt sich nach wie vor sehr robust“, sagte Genth mit Verweis auf die jüngste Konjunkturumfrage.

Die steigenden Energiepreise und die Staatsschuldenkrise in Europa seien zwar als Riskien für die Branchenentwicklung zu sehen. Der Verband hält aber an seiner Prognose fest, dass der Branchenumsatz 2012 inklusive Preissteigerungen um 1,5 Prozent zunehmen wird. Die Gewinnsituation der Unternehmen habe sich aber in den vergangenen Monaten verschlechtert. Angesichts steigender Kosten für Energie und Wareneinsatz geriet die Marge in vielen Segmenten noch weiter unter Druck, erläuterte Genth.

Der harte Wettbewerb fördere Investitionen in die Ladenausstattung. Die Verkaufsfläche in Deutschland wachse gerade durch Shopping-Center 2012 um ungefähr eine halbe Million auf 123 Millionen Quadratmeter.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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