Energieversorger schreibt wieder schwarze Zahlen
EnBW auf Genesungskurs

Der angeschlagene Energieversorger Energie Baden-Württemberg (EnBW) macht Fortschritte: Im ersten Halbjahr ist der Gewinn trotz eines niedrigeren Umsatzes deutlich gestiegen.

HB STUTTGART. Der drittgrößte deutsche Energiekonzern hat nach einem tiefgreifenden Konzernumbau im ersten Halbjahr seine Verschuldung deutlich abgebaut. Das Ergebnis vor Steuern habe sich auf 376,5 (2003: minus 927,3) Mill. € verbessert, teilte die EnBW am Freitag in Karlsruhe mit. Der neue Vorstandschef Utz Claassen hatte vor einem Jahr mehr als eine Milliarde Euro auf zu hoch bewertete Beteiligungen und vermutete Risiken abgeschrieben. Aber auch ohne diesen Effekt wäre der Gewinn vor Steuern um 131 % gestiegen, teilte die EnBW mit. Nach Steuern standen in den ersten sechs Monaten 201,7 (minus 952,9) Mill. € zu Buche.

„Dies alles ist höchst erfreulich und reflektiert (...) eine fantastische Entwicklung, wie sie vor einem Jahr kaum jemand für möglich gehalten hätte. Den Turnaround geben wir nicht mehr aus der Hand“, kommentierte Claassen die Halbjahreszahlen. Auch beim Abbau der Verschuldung sei die EnBW schneller voran gekommen als erwartet. Bis Ende Juni seien die Nettofinanzschulden auf 5,67 Mrd. € geschrumpft, ein halbes Jahr zuvor waren es noch fast sieben Milliarden. Mit dem Verkauf der Beteiligung an der spanischen Hidrocantabrico im Juli, die EnBW von 650 Mill. € Verbindlichkeiten entlastete, werde die Verschuldung bis zum Jahresende auf ein Niveau sinken, das erst für 2007 geplant war.

Durch die jüngsten Gewinne und den Verkauf eigener Aktien, der im Frühjahr fast 300 Mill. € einbrachte, sei die zu geringe Eigenkapitalquote auf 9,6 von 6,1 % verbessert worden, teilte die EnBW weiter mit. Der Konzernumsatz ging um 1,4 % auf 5,08 Mrd. € zurück, im Kerngeschäft mit Strom, Gas und energienahen Dienstleistungen stieg er jedoch um 7,3 %. Allein der Stromumsatz kletterte um 11,8 %.

Claassen ist dabei, die unübersichtliche Konzernstruktur zu vereinfachen und alle Aktivitäten außerhalb des Kerngeschäfts zu verkaufen. „Wir sind im zweiten Quartal sehr gut beim Abarbeiten unserer Hausaufgaben vorangekommen“, erklärte der Vorstandschef. Das Ziel der Strukturvereinfachung sei zu 80 % erreicht. Zuletzt hatte Claassen den Parkplatz-Betreiber Apcoa Parking als letzten größeren Teil des Salamander-Mischkonzerns verkauft. Die nicht fortgeführten Aktivitäten trugen im ersten Halbjahr noch 575,1 Mill. € - elf Prozent - zum Konzernumsatz von 5,08 (5,15) Mrd. € bei und verursachten vor Steuern und Zinsen 58 Mill. € Verlust. Mit 19 500 Mitarbeitern beschäftigte die EnBW Ende Juni noch etwa die Hälfte der Menschen, die Ende 2002 für das Unternehmen arbeiteten.

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