Entscheidende Tarifrunde
Bahn lockt Lokführer mit Extrawurst

Deutsche Bahn und die Lokführer-Gewerkschaft GDL treffen sich im Laufe des Donnerstags zu wahrscheinlich entscheidenden Tarifrunde. Der Konzern scheint bereit, sich auf seine Mitarbeiter zuzubewegen.

HB BERLIN. Der GDL solle ein Tarifvertrag zum Thema „Berufs- und Ausbildungsfragen für Lokführer“ angeboten werden, hieß es aus Verhandlungskreisen. GDL-Chef Manfred Schell beharrte vor der Runde dagegen auf Lohnerhöhungen. „Bei uns muss es mehr sein“, sagte er im ZDF-Morgenmagazin.

Die Bahn begründete ihr neues Angebot mit dem Ziel, neue Streiks unbedingt vermeiden zu wollen. Die Kreise legten allerdings Wert auf die Feststellung, dass es sich „nicht um einen Spartentarifvertrag für Lokführer handelt“. Den hatten die Lokführer verlangt, was die Bahn aber kategorisch ablehnt. Die Arbeitgeber hätten darüber hinaus ihre Bereitschaft erklärt, „ein Vergütungssystem zu entwickeln, nach dem künftig alle Mitarbeiter besser nach Leistung und Qualifizierung bezahlt werden“, hieß es in den Kreisen.

Für ein solches Vergütungssystem müssten aber auch die beiden anderen Bahn-Gewerkschaften gehört werden. Nach Informationen aus Gewerkschaftskreisen hat Bahn-Chef Hartmut Mehdorn deshalb für 12 Uhr zu einem gemeinsamen einstündigen Gespräch eingeladen. Auf der Ladungsliste stehen demnach die Vorsitzenden der Transnet, Norbert Hansen, der GBDA, Klaus-Dieter Hommel, und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Manfred Schell. Die Bahn bestätigte das Treffen bislang nicht. Laut Einladung soll das Spitzengespräch im Bahn-Tower am Potsdamer Platz stattfinden.

Mit Transnet und GDBA hat die Bahn bereits Lohnsteigerungen um 4,5 Prozent und eine Einmalzahlung von 600 Euro vereinbart, ahc für die beamteten Mitarbeiter. Die GDL will diesen Abschluss bislang nicht übernehmen; sie verlangt einen eigenen Tarifvertrag mit Lohnerhöhungen von in der Spitze 31 Prozent. So soll das Einstiegsgehalt von Lokführern von rund 1 970 auf 2 500 Euro angehoben werden. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, haben die Lokführer mit Warnstreiks bereits mehrfach den Zugverkehr lahm gelegt.

Um 13 Uhr soll die neue Tarifrunde Bahn-GDL in einem Berliner Hotel beginnen. Schell hat unbefristete Streiks bei einem Scheitern dieser Verhandlungsrunde nicht ausgeschlossen. Schell sagte, seine Zuversicht für die Verhandlungsrunde sei nicht sonderlich groß.

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