Entscheidung bis Freitag
Lufthansa gibt Condor nicht vorzeitig frei

Der Billigflieger Air Berlin kann sich nur wenig Hoffnung auf eine schnelle Übernahme des Ferienfliegers Condor machen. Die Lufthansa, die ein Vorkaufsrecht an Condor hält, will der Übernahme nicht vorzeitig den Weg ebnen.

HB BERLIN. Lufthansa werde entweder die Kaufoption ziehen oder abwarten, bis diese 2009 abläuft, sagte Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber. Damit könnte Air Berlin die derzeit von Thomas Cook gehaltenen 75,1 Prozent der Anteile frühestens 2009 und die 24,9 von Lufthansa gehaltenen Anteile erst 2010 kaufen.

„Wir konzentrieren uns auf die zwei Optionen: Entweder wir ziehen das Vorkaufsrecht oder wir lassen es an Hand der zwei Termine laufen“, sagte Mayrhuber am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Lufthansa werde bis Mitternacht am Freitag eine Entscheidung treffen. Ein vorzeitiger Verkauf der Condor-Anteile zusammen mit dem Verzicht auf das Vorkaufsrecht sei aber nicht geplant. Lufthansa hatte vor kurzem erklärt, der Konzern sei bewusst aus dem Touristik-Geschäft und damit weitgehend aus Condor ausgeschieden.

Mit der wettbewerbsrechtlichen Anmeldung der geplanten Condor-Übernahme will sich Air Berlin offenbar Zeit lassen. Dem Kartellamt liege noch kein entsprechender Antrag vor, sagte eine Behördensprecherin am Mittwoch. Es gebe allerdings Gespräche mit dem Billigflieger. Branchenexperten vermuten, dass die Verzögerung der Anmeldung mit Gesprächen mit dem Konkurrenten Lufthansa zusammenhängt.

Das Bundeskartellamt hatte unmittelbar bereits nach Bekanntgabe der Pläne von Air Berlin mögliche Bedenken signalisiert. Bei der Prüfung der Übernahme der LTU durch Air Berlin in den vergangenen Monaten sei Condor noch als wichtiger Konkurrent eingestuft worden, sagte eine Sprecherin. Charterflüge auf der Langstrecke bieten aus Deutschland heraus bislang nur LTU und Condor an, so dass Air Berlin künftig hier ein Monopol hätte.

In der vergangenen Woche hatte Air Berlin angekündigt, sich mit dem mehrheitlich zum Handelsriesen Arcandor (ehemals Karstadt-Quelle) gehörenden Reisekonzern Thomas Cook zu verbünden und deren Flugtochter Condor zu übernehmen. Im Gegenzug soll Cook über eine Kapitalerhöhung bei Air Berlin größter Aktionär mit knapp unter 30 Prozent werden. Mit der Transaktion, die im Februar 2009 vollzogen werden soll, geraten Lufthansa und der Reisekonzern Tui in Zugzwang.

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