Entscheidung dürfte im Herbst fallen
Heiner Kamps will wieder große Brötchen backen

Heiner Kamps will offenbar wieder ins Bäckereigeschäft zurückkehren. Der ehemalige Vorstandschef der Kamps AG, die inzwischen zum italienischen Nudelhersteller Barilla gehört, könnte sich vorstellen, die Backfilialen des Konzerns zurückzukaufen.

HB DÜSSELDORF. „Sollte sich Barilla von den Backfilialen trennen, so wäre ich interessiert. Immerhin sind die mein Baby“, sagte Kamps am Donnerstag in Düsseldorf der Nachrichtenagentur Reuters. Er habe aber Barilla bislang kein Angebot unterbreitet. Sollte sich der italienische Nudelhersteller zum Verkauf entscheiden, würden diese sicher auf ihn zukommen, sagte Kamps. Die Backfilialen, die derzeit starker Konkurrenz von Super- und Discountmärkten ausgesetzt sind und ebenso wie andere Bereiche bei Barilla auf dem Prüfstand stehen, erzielen einen Außenumsatz nach Angaben Kamps' von etwa 350 bis 380 Millionen Euro.

Der gelernte Bäckermeister und Betriebswirt Heiner Kamps ist seit 2003 Geschäftsführender Gesellschafter bei der BHVG mbH (Beteiligungs-, Beratungs- und Vermögensgesellschaft) und an mehreren Unternehmen im In- und Ausland beteiligt. Auf die Frage, ob er mit Banken bereits Gespräche über einen Finanzierungsplan für einen möglichen Erwerb der Bäckereifilialen geführt habe, sagte Kamps: „Ich bin in der glücklichen Lage, das nicht nötig zu haben.“

Einzelheiten werden im Herbst veröffentlicht

Kamps-Vorstandschef Michael Kern hatte im Frühjahr angekündigt, im Zuge der Konsolidierung des Konzerns kämen alle Aktivitäten auf den Prüfstand. Er schloss die Trennung von einzelnen Bereichen oder Standorten nicht aus. Anders als für Heiner Kamps sind für Kern erklärtermaßen aber nicht die Backfilialen, sondern die Industriebackwaren Schwerpunkt des Geschäftes. Einzelheiten zur Unternehmensstrategie sollen im Herbst veröffentlicht werden.

Kamps war 1998 als erster deutscher Bäcker an die Börse gegangen und wuchs mit einer aggressiven Übernahmestrategie zum europäischen Marktführer bei Brot und Backwaren. Nach der Expansion in Deutschland kaufte Kamps in den Niederlanden, Frankreich, Spanien und Italien zu. Doch ging die Einkaufstour zu Lasten der Bilanz. 2002 hatte der Konzern bei einem Umsatz von 1,72 Milliarden Euro einen Rückgang des Betriebsergebnisses auf 22,2 (86,7) Millionen Euro verzeichnet. Nach Steuern verbuchte der Konzern wegen hoher Abschreibungen auf Firmenwerte einen Verlust von 127 Millionen Euro nach einem Gewinn von 5,5 Millionen Euro im Jahr zuvor. Die Nettoverbindlichkeiten stiegen den Angaben zufolge auf 793 (761) Millionen Euro. Barilla hatte im Sommer vergangenen Jahres Kamps mehrheitlich übernommen.

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