Entscheidung erst 2013
Nürburgring will Schadenersatz von Ex-Chef Kafitz

Auf Ex-Nürburgring-Chef Kafitz könnten Schadenersatzzahlungen in Millionenhöhe zukommen. Das Gericht will sich bis zum Frühjahr Zeit lassen mit seiner Entscheidung. Die Sachverhalte seien noch nicht entscheidungsreif.
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KoblenzDer Nürburgring steht einmal mehr im Fokus: Die größtenteils landeseigene Nürburgring GmbH fordert rund 8,3 Millionen Euro Schadenersatz von ihrem früheren Hauptgeschäftsführer Walter Kafitz. Mit einer Entscheidung in dem Zivilverfahren, das am Dienstag vor dem Landgericht Koblenz begann, wird aber erst im Frühjahr 2013 gerechnet. Die hochkomplexen und schwierigen Sachverhalte seien noch nicht entscheidungsreif, sagte der Vorsitzende Richter Edgar Becht zur Erklärung.

Kafitz war als Hauptgeschäftsführer der Nürburgring GmbH maßgeblich an der Investorensuche für den mehrere hundert Millionen Euro teuren Freizeitparks am Ring beteiligt. Weil die Privatfinanzierung 2009 scheiterte und das Land einspringen musste, verlangt die Nürburgring GmbH nun Schadenersatz von ihm.

Der Freizeitpark sollte das Areal an der traditionsreichen Rennstrecke neu beleben und Touristen in die strukturschwache Eifel locken. Weil die erhofften Besucherscharen aber ausblieben, wurde inzwischen Insolvenz angemeldet.

In dem Zivilverfahren geht es unter anderem um Zahlungen der Gesellschaft an die Finanzberatungsfirma Pinebeck im Zusammenhang mit dem umstrittenen Schweizer Geschäftsmann Urs Barandun. Ferner werden Zahlungen an Mieter von Geschäften im Ring-Boulevard, um Darlehen sowie eine Zahlung für eine Beteiligung an einem Offroad-Projekt behandelt.

Beide Seiten einigten sich am Dienstag darauf, das Verfahren nun schriftlich fortzuführen. Bis zum 4. Dezember können die Parteien zu den jüngsten Erörterungen Stellung nehmen, bis Mitte Januar dann jeweils erwidern. Danach wird dann voraussichtlich ein Verkündungstermin bekanntgegeben.

Vom 16. Oktober an sitzt Kafitz zudem unter anderem gemeinsam mit dem ehemaligen rheinland-pfälzischen Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) in einem Untreueprozess im Zusammenhang mit dem Nürburgring vor dem Koblenzer Landgericht auf der Anklagebank.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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