Entspannung im Tarifstreit
AUA redet wieder mit Gewerkschaft

Im Konflikt über Sparmaßnahmen zwischen den Piloten der Austrian Airlines AG (AUA) und der Unternehmensführung stehen die Zeichen auf Entspannung. In Verhandlungen, die in den nächsten Wochen zügig geführt werden sollen, sollen die gegensätzlichen Positionen einander angenähert werden, hieß es am Dienstag aus der Gewerkschaft Handel, Transport und Verkehr (HTV). Weitere Kampfmaßnahmen der Piloten, die Mitte August zwei Warnstreiks durchgeführt haben, sind damit vorerst vom Tisch.

Reuters WIEN. In Gang gebracht wurde der Verhandlungsprozess bereits am Montag. Gespräche zwischen dem AUA-Betriebsrat Bord (BRB) und dem AUA-Vorstand unter Beiziehung des Präsidenten des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), Fritz Verzetnitsch, und des Präsidenten der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, seien „konstruktiv“ verlaufen und nun die Grundlage für die Wiederaufnahme von Verhandlungen, teilte die AUA am Dienstag mit.

Die Verhandlungspartner haben den Angaben der AUA zufolge Vertraulichkeit vereinbart, inhaltliche Details würden deshalb nicht bekannt gegeben.

Laut AUA soll in den nächsten Wochen über Kostensenkungen und Absicherungen für die Belegschaft verhandelt werden. Ein Zeithorizont sei nicht gesetzt worden, die Gespräche sollen aber zügig geführt werden, hieß es unisono aus AUA und HTV. Ziel sei es, die AUA wettbewerbsfähig zu erhalten. Die Ergebnisse sollen „kollektivvertraglich festgehalten“ werden.

Seit rund einem Jahr verhandeln die AUA-Piloten mit dem Management über Sparmaßnahmen. Die AUA will die Einheitskosten für die AUA-Piloten bis 2008 um 35 % senken, zehn Prozent davon schon 2004. Für neu eintretende Piloten bei AUA soll es daher einen neuen Kollektivvertrag ab 2004 geben. Der BRB lehnt ein zweites Gehaltsschema ab. Die Piloten haben ihrerseits um 20 % niedrigere Einstiegsgehälter, flexiblere Arbeitszeiten und eine Änderung im Pensionssystem angeboten. Dafür wollen sie im Gegenzug eine Absicherung in einem Konzern-Kollektivvertrag, der neben der AUA auch die Piloten der Töchter Lauda Air und Tyrolean Airways umfassen soll.

Die Formulierung in der AUA-Aussendung, dass das Ergebnis der Verhandlungen „kollektivvertraglich festgehalten“ werden soll, könnte als ein gewisses Einlenken des Managements interpretiert werden. Es bedeutet aber noch nicht, dass die AUA einen Konzern-Kollektivvertrag akzeptieren wird, weil sie damit eine Nivellierung der Kosten nach oben befürchtet.

AUA notierten zuletzt mit 6,49 (6,45) Euro. Seit Jänner liegen sie sechs Prozent im Minus.

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