Eon ist bislang klare Wachstumsstrategie für neue Tochter Ruhrgas schuldig geblieben
Eon-Chef Bernotat rudert zurück

Der Energiekonzern hat seine milliardenschweren Investitionsziele deutlich abgemildert.

juf DÜSSELDORF. Eon-Chef Wulf Bernotat hat auf Irritationen am Kapitalmarkt reagiert und seine hohen Investitionsziele deutlich relativiert. Der Energiekonzern plane für den Zeitraum von 2004 bis 2006 mit Investitionen von rund 13,8 Mrd. Euro, sagte der Vorstandsvorsitzende während einer Telefonkonferenz mit Analysten. Im August hatte er für 2003 bis 2005 noch von einem „Investitionsvolumen von 26 bis 28 Mrd. Euro“ gesprochen und damit die bis dahin geltende Zielgröße um 8 bis 10 Mrd. Euro aufgestockt.

„Die Zahl wurde falsch interpretiert“, räumte Bernotat ein. Mit den 8 bis 10 Mrd. Euro habe er den Spielraum aufzeigen wollen, den Eon habe, falls sich Kaufgelegenheiten ergeben würden. Sie seien keineswegs fest verplant. „Wir wollten unsere Finanzkraft zeigen“, betonte Bernotat. An dieser habe sich nichts geändert, die jetzt vom Aufsichtsrat abgesegnete formelle Investitionsplanung dürfe aber nur konkrete Projekte wiedergeben, ergänzte ein Sprecher.

Am Kapitalmarkt waren Bernotats Äußerungen im Sommer auf Kritik gestoßen. Analysten befürchteten, Eon werde den rasanten Expansionskurs der vergangenen Jahre mit hohem Tempo fortsetzen. Die Aktie verlor deutlich an Wert. „Die bisherigen Aussagen zu den Investitionen waren recht diffus“, sagte Peter Wirtz, Analyst bei der WestLB, „die Wirkungen auf den Markt hat Eon unterschätzt.“ Insbesondere angelsächsische Investoren hätten Risiken gesehen. Jetzt habe Bernotat aber klar gestellt, dass Eon bei Investitionen noch stärker auf die Rendite achte. „Im Prinzip hat sich nicht viel geändert“, sagte Nils Machemehl von M. M. Warburg, „Bernotat hat die Ziele nur vorsichtiger formuliert“. Der Spielraum für strategische Akquisitionen sei nach wie vor vorhanden.

Trotz spektakulärer Zukäufe in den Jahren zuvor – allein die Ruhrgas und der britischen Versorger Powergen kostete rund 25 Mrd. Euro – ist Eon nach Einschätzung der meisten Analysten weitaus beweglicher als Konkurrent RWE. Zudem kann Eon über die geplanten Verkäufe der Viterra AG und seiner restlichen Aktien am Chemiekonzern Degussa weitere Mittel mobilisieren. Dies ist nach Bernotats Worten aber nicht vor Ende 2005 geplant.

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