ER Schiffahrt
Große Reederei will Konkurrenten aufkaufen

Eine der großen deutschen Reedereien, die ER Schiffahrt, ist auf der Suche nach Partnern für einen Zusammenschluss.
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Ulsan, HamburgDas gab Firmenchef Erck Rickmers am Rande einer Schiffstaufe im südkoreanischen Ulsan bekannt. "Wir sind auch interessiert, andere zu übernehmen", sagte Rickmers, er denke dabei vor allem an kleinere und mittelgroße deutsche Wettbewerber.

Viele dieser Unternehmen hätten die Wirtschaftskrise zwar überlebt, nun seien sie aber "blutleer", so Rickmers vor Journalisten. Es gehe ihm um eine Win-win-win-Situation, "für uns, die anderen Reeder und die Banken". Während ER Schiffahrt in der koreanischen Hafenstadt Ulsan die Schiffe Nummer 100 und 101 weihen ließ, besitzt die Mehrheit der deutschen Reedereien im Schnitt neun Schiffe.
Rickmers Vorstoß kommt in einer für die Schifffahrt weltweit schwierigen Zeit. Nach Angaben der weltgrößten Werft Hyundai Heavy sind die Preise infolge der allgemeinen Wirtschaftskrise zwischen 2008 und 2011 um 25 bis 30 Prozent gefallen. Bei dem südkoreanischen Unternehmen lässt Rickmers einen Teil seiner Schiffe bauen.

Daher sind Rickmers neue 13000-Container-Riesen "E.R. Cristina" und "E.R. Benedetta", die durch Treibstoffreduzierung und größere Auslastung jährlich 19 Millionen Dollar einsparen sollen, zwischen Bestellung und Ablieferung um 20 Prozent im Preis gesunken. Im vergangenen Jahr hat China seinen Nachbarn Südkorea als weltweit größten Hersteller von Schiffen abgelöst. Die Dominanz der Volksrepublik wird aus Sicht von Experten anhalten, schon heute könnte China den weltweiten Bedarf an neuen Frachtern allein decken.

Hyundai-Heavy-Chef Jai-seong Lee lässt sich davon nicht beeindrucken. "Wir werden auf unsere sieben Brüder ausweichen", sagte Lee. Hyundai Heavy ist neben dem Schiffsbau in sechs Geschäftsfeldern wie etwa im Maschinenbau tätig. Einen Absatzabbruch muss der Konzern aber auch im Werftengeschäft nicht fürchten. Denn mit der üppigen Förderung durch lokale Banken können die Koreaner im Wettbewerb mit den Europäern punkten. Die müssen ohne diese Hilfe auskommen.

Hyundai Heavy weitet zudem sein Portfolio aus: Zunehmend baut der Konzern Spezialschiffe. Sie machen bereits 73 Prozent der neuen Aufträge aus - und torpedieren die Strategie deutscher Werften, die ebenso auf Spezialschiffe, etwa für den Bau von Offshore-Windparks, gesetzt haben.

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