Erfolg durch Frische-Konzept
Slow Food an der Schnellstraße

Mövenpick arbeitet in seinen Marché-Restaurants ausschließlich mit natürlichen Lockmitteln. Wer an Autobahnen und auf Flughäfen das stille Örtchen betreten will, muss erst die verführerisch duftenden Selbstbedienungsstände des Schweizer Unternehmens passieren.

HEIDILAND. Oliver Altherr ist ein Frische-Fanatiker: Der 40-jährige Chef der Mövenpick-Gastronomie-Sparte Marché International hat es am liebsten, wenn es in allen Ecken seiner Restaurants zischt, brodelt und blubbert, aus der Suppenküche aromatische Düfte aus Lauch und Sellerie durch das Lokal wabern und die Orangensaftpresse den ganzen Tag nicht zum Stillstand kommt.

Nach dem Rückzug aus meist unrentablen Innenstadtlagen befindet sich das Gros der weltweit mehr als 80 Marché-Restaurants an Autobahnen und auf Flughäfen. Dort ist der frisch-gepresste Orangensaft inzwischen zu einem wichtigen sensorischen Lockmittel für die zahlreiche Laufkundschaft geworden. Denn an vielen Marché-Stationen muss der potenzielle Gast erst die verführerisch duftenden Selbstbedienungsstände passieren, bevor er das stille Örtchen betreten kann.

Dort bleibt er allerdings vor unangenehmen Gerüchen und anderem Unbill, das bisher zum schlechten Image vieler Rasthäuser beigetragen hat, verschont.

Der Automobilclub ADAC stufte in einem Test beispielsweise die Marché-Anlage „Wörthersee“ dank ausgezeichneter Hygiene in Österreich auf Rang zwei ein. Das Schweizer Verbrauchermagazin „Saldo“ hat bei einem ähnlichen Test die Marché-Raststätten „Heidiland“ bei Chur mit „gut“ und „Würenlos“ bei Zürich gar mit „sehr gut“ bewertet.

„Heidiland“-Geschäftsführer Gottfried Keller ist Stolz auf die Kombination aus kompromissloser Sauberkeit und der Verwendung ausnahmslos frischer Produkte. Der Namensvetter des Schweizer Nationaldichters führt das mit fast 15 Mill. Schweizer Franken pro Jahr (knapp 10 Mill. Euro) umsatzstärkste Restaurant des Konzerns. Allein in „Heidiland“ pressen die Mitarbeiter jährlich fast 150 Tonnen Orangen zu Saft, rund 4 000 Tonnen sind es im gesamten Konzern. „Etwa eine Million Franken geben wir hier jährlich für frisches Obst und Gemüse aus“, sagt Keller und lobt die gute Zusammenarbeit mit dem Bauern Christoph Good aus dem Nachbardorf. Auf dem Hof des Graubündener Landwirts wird ein Großteil des Gemüses angebaut, das gemäß der Frische-Orientierung der Marché-Restaurants aus der Region stammen muss. Diese Regeln führen gar dazu, dass im vergangenen Winter Tomaten und Gurken für zwei Monate vom Speiseplan in „Heidiland“ gestrichen werden mussten, weil sie während dieser Zeit in den Gewächshäusern nicht gedeihen wollten.

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