Erfolgsgeschichte Fernost
Wir lieben „Made in China“

Der Streit um Handelszölle überschattet den Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang in Deutschland. Der Konflikt zwischen den Wirtschaftsmächten zeigt, dass Chinas Wirtschaft es geschafft hat: Sie spielt technisch ganz vorn mit.
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PekingDer Firmensitz des chinesischen Netzausrüsters Huawei in Shenzhen sieht eher aus wie das Gelände einer noblen Spitzenuniversität. Zwischen langen Reihen von Bäumen erheben sich die Glasfassaden von Forschungseinrichtungen. Auch die Leute, die hier von Meeting zu Meeting hasten, würden gut in eine technische Uni passen: Sie sind überwiegend jung – und eine große Mehrheit von ihnen sind Ingenieure. Industriearbeiter haben hier nichts zu suchen.

Huawei ist ein Musterbeispiel für ein modernes Unternehmen. Die südchinesische Firma hat sich auf Forschung, Entwicklung und Marketing konzentriert – genau wie der US-Computerriese Apple. Die Produktion ist weitgehend an Auftragshersteller ausgelagert. Huawei ist zugleich auch ein Musterbeispiel für einen neuen Typ von chinesischen Unternehmen: Weltklassefirmen, die mit guten Produkten in erstaunlich kurzer Zeit den Weltmarkt aufgerollt haben.

Auch Huawei wurde erst 1988 gegründet - und ist seit kurzem der weltgrößte Hersteller von Telekommunikationsausrüstung. Auch die Deutsche Telekom gehört zu den Kunden des Unternehmens. „Chinese Champions“, nennt Innovationsforscher Philipp Sandner von der Technischen Universität München diese Unternehmen. Andere Beispiele sind der inzwischen weltgrößte PC-Hersteller Lenovo aus Peking oder der Baumaschinenhersteller Sany, der durch den Kauf des deutschen Betonpumpenherstellers Putzmeister aufgefallen ist.

Eine ganze Reihe dieser chinesischen Spitzenfirmen blickt nun mit großer Sorge nach Brüssel. Denn EU-Handelskommissar Karel de Gucht scheint aus ihrer Sicht derzeit eine Kampagne gegen ihre besten Vertreter zu fahren. De Gucht wirft den chinesischen Unternehmen vor, ihre Waren in Europa unter den Herstellungskosten anzubieten.

Kommentare zu " Erfolgsgeschichte Fernost: Wir lieben „Made in China“"

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  • Was bitte soll an “PRC“ geschickt oder vertuscht sein?

    Das war jetzt aber kein besonders kluger Kommentar...

  • Richtig, zumindest die weteuropäischen Industrieländer gehen auf im einen nebulösen Eurozonenkonstrukt und sind de facto klinisch tot (bzw. eigentlich nicht mehr existent), wobei keiner weiß was man als "Reinkartnation" eigentlich von der Politpopanztruppe aus berlin/Brüssel eigentlich serviert bekommt am Ende des Tages.

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    WAS bedeutet " Made in PRC " auf Verpackungen z.B.auf Obi-Verpackungen im Baumarkt .

    Die Lösung : Made in China ( Wer hätte das gedacht )

    So geschickt wird Made in China vertuscht . Andererseits wird auch Ware in China hergestellt u. dann unter" Made in Germany " verkauft .

    Möchte man die deutsche Wirtschaft unterstützen auch mit hochpreisiger Ware u. hat somit dann die China-Wirtschaft unterstützt.

    Die raffgierigen Firmen kennen keine Grenzen .

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