Ergebnis der Verhandlungen soll heute offiziell bekannt gegeben werden
Metros Immobilienverkauf scheint endgültig geplatzt

Der Verkauf der Metro-Immobilien ist offenbar misslungen. Gestern trennte sich der Aufsichtsrat des größten deutschen Handelsunternehmens, ohne auf das vorliegende Kaufangebot einzugehen. Zuvor hatte die Metro AG angekündigt, dass auf dem Treffen am Donnerstag über den endgültigen Verkauf entschieden werde.

cs DÜSSELDORF. Schon vor einigen Wochen war ein Konsortium um die Kölner SK Corpus aus dem Bietergefecht ausgestiegen, da sich die Verhandlungen seit einem Jahr immer wieder verzögert hatten. Danach blieb nur noch die Investorengruppe um die Hamburger Immobiliengruppe Agiv Real Estate auf der Bewerberliste übrig. Obwohl diese ihr Angebot vor wenigen Tagen noch einmal nachbesserte, blieb die Ablösesumme mangels Wettbewerb offenbar unter den Erwartungen der Düsseldorfer. Vermutlich wird die Metro nun das Paket wieder in die Konzernbilanz eingegliedert.

Damit haben die Metro-Kontrolleure Europas größten Immobilien-Deal abgeblasen – zumindest vorerst. Für rund 3 Mrd. Euro sollten die 357 Häuser des Konzerns – darunter Kaufhof-Standorte und Einkaufszentren – den Besitzer wechseln. Schon 1999 hatte die Metro ihre Immobilien an die Saarbrückener Asset Immobilienbeteiligung (AIB) weitergereicht. An ihr besitzt der Handelskonzern lediglich einen Anteil von 49 %, so dass Immobilienerträge nicht mehr in der Konzernbilanz erscheinen. Weitere Anteile halten WestLB (49,5 %) und Provinzial (1,5 %).

Offiziell will Metro das Verhandlungsergebnis erst heute bekannt geben. „Wir verkaufen nur, wenn sich damit unsere Rating-Kennzahlen verbessern“, kommentierte ein Konzernsprecher im Vorfeld die Verkaufsgespräche. Die mit dem Verkauf verbundene Entschuldung und Zinsentlastung des Konzerns müsse höher sein als die langfristige Mietbelastung. Auf einen entsprechenden Kaufpreis hat man sich offenbar aber gestern nicht einigen können.

Belastet wurden die Verhandlungen zudem von Steueränderungsplänen der Bundesregierung. So gilt es derzeit als ungewiss, in welchem Umfang Verlustvorträge der AIB steuermindernd genutzt werden können. Auch über die gegenseitige Verrechnung von Gewerbesteuern der AIB-Tochterunternehmen herrschte bis zuletzt Unklarheit.

Mehrere Analysten zeigten sich besorgt, dass kurzfristig die erwartete Finanzspritze durch Mittel aus einem Verkauf wegfalle.

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