Ergebnis dokumentiert die Wachstumsgrenzen: Gewinn der Deutschen Börse bleibt hinter Erwartungen zurück

Ergebnis dokumentiert die Wachstumsgrenzen
Gewinn der Deutschen Börse bleibt hinter Erwartungen zurück

Die Deutsche Börse hat 2004 mit einem Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 458,7 (Vorjahr: 452,6) Millionen Euro das eigene Ziel von mindestens 450 Millionen Euro übertroffen.

HB FRANKFURT. Auch ihr Dividendenversprechen hat die Börse eingelöst: 0,70 Euro sollen die Aktionäre je Anteilsschein erhalten, das sind 27 % mehr als im Vorjahr (0,55 EUR). Angekündigt hatte die Börse eine Steigerung von 20%. Die Zahlen, die die Deutsche Börse am Montagabend für das abgelaufene Jahr vorgelegt hat, dokumentieren auch, dass das Unternehmen an die Grenzen eines rein organischen Wachstums gestoßen ist.

Deutlichster Indikator für die Wachstumsprobleme der Deutschen Börse ist das Terminmarkt-Segment. Während Eurex in den Jahren zuvor als der Wachstumsmotor der Börse galt, ist der Segment-Umsatz 2004 auf 407,4 (409,6) Millionen Euro zurückgegangen. Das Ebit verzeichnete dabei einen Rückgang auf 174,9 (228) Millionen Euro. Das Ebit des Kassa-Segments Xetra stieg zwar auf 86,2 (57,6) Millionen Euro, der Umsatz legte mit einem Plus von 1,4 % auf 216,3 (213,3) Millionen Euro aber nur schwach zu. Die Wachstumsraten beim Konzernumsatz und -EBIT fallen mit gut 2,2 % oder 1,3 % ebenfalls eher bescheiden aus.

Wachstumsgrenzen erklären Übernahmehunger

Die Deutsche Börse werde Schwierigkeiten bekommen, nachhaltig organisches Wachstum zu generieren, lautet die Einschätzung von HVB-Analyst Lucio di Geronimo. Die Umsätze seien im Börsengeschäft weitgehend fremdgesteuert, die Börse selbst habe darauf nahezu keinen Einfluss, sagte er im Gespräch mit Dow Jones Newswires. Auch weitere Effizienzsteigerungen, zuvor eine der Wachstumsquellen der Deutschen Börse, seien auf dem gegenwärtigen Niveau nur noch schwer zu erzielen. Diese Situation erkläre auch den Hunger des Vorstandsvorsitzenden Werner Seifert auf eine Übernahme der London Stock Exchange (LSE).

Die Geschäftsergebnisse selbst liegen laut di Geronimo im Rahmen der Erwartungen und dürften kaum für größerer Kursbewegungen sorgen. Die Investoren seien derzeit eher auf Informationen zu den Verhandlungen mit der LSE fokussiert. Martin Praum von Sal. Oppenheim erwartet allerdings nicht, dass das Management der Börse am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz oder der Analystenkonferenz weitere Details zur Verhandlung bekannt geben wird. Zuletzt hatte das LSE-Management das informelle Gebot der Deutschen Börse über 5,30 Pfund je LSE-Aktie als zu niedrig abgelehnt. Die Euronext, ebenfalls an der LSE interessiert, hatte bisher noch keinen Preis genannt.

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