Erhöhung der Ausschüttung
EADS will Anleger mit höherer Dividende locken

Der Luftfahrtkonzern EADS will seine Dividende erhöhen. Für das Geschäftsjahr 2012 soll die Ausschüttung um ein Drittel auf 60 Cent pro Aktie steigen. Weitere Sonderausschüttungen sind nicht vorgesehen.
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Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS will Anleger auch in den kommenden Jahren mit einer höheren Dividende locken. "Das Risikoprofil des Konzerns hat sich mittlerweile gebessert. Daher können wir uns mehr in Richtung einer investorfreundlichen Dividendenpolitik bewegen", sagte Finanzchef Harald Wilhelm der "Börsen-Zeitung" (Samstag-Ausgabe). Früher sei EADS bei der Ausschüttungspolitik vorsichtiger gewesen. "Zu der Zeit war das auch angebracht aufgrund der Unsicherheiten, beispielsweise beim A380-Proramm."

Die auf 40 Prozent von 35 Prozent im Jahr 2011 angehobene Ausschüttungsquote vom Gewinn stelle aber noch keine Dividendenpolitik dar. "Ich könnte mir vorstellen, dass wir dieses Jahr zusammen mit dem Verwaltungsrat an diesem Thema arbeiten", sagte Wilhelm. Nach dem Ausstieg von Daimler und Lagardere sowie dem zurückgedrängten Staatseinfluss wirbt EADS verstärkt um globale Investoren - vor allem in Asien und Nahost.

EADS

Aktionärsstruktur EADS

in Prozent


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Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2012 soll die Ausschüttung um ein Drittel auf 0,60 Euro je Aktie steigen, was einer Quote von 40 Prozent entspricht. "Das positioniert uns sehr gut in der Industrie, und ich habe derzeit keine Ambitionen, diese Quote zu erhöhen", sagte der Finanzchef. Nach dem Aktienrückkaufprogramm - EADS will eigene Aktien im Volumen von bis zu 3,75 Milliarden Euro erwerben - erhöhe sich durch die Verknappung die Dividende pro Titel deutlich, machte Wilhelm klar.

Einer Sonderausschüttung in Form einer einmaligen Dividende angesichts eines Bargeldberges von zuletzt mehr als zwölf Milliarden Euro erteilte Wilhelm eine Absage. "Das steht nicht auf unserer Agenda." Der Fokus liege auf dem Aktienrückkaufprogramm. Erst vor wenigen Tagen hatte EADS im Zusammenhang mit dem Ausstieg der Großaktionäre Daimler und Lagardere eigene Aktien für 1,1 Milliarden Euro gekauft.

Eine Neuauflage der im Oktober auf betreiben der Politik gescheiterten Fusion von EADS mit dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems hält Wilhelm für unwahrscheinlich: "Wir sehen nicht, wie es einen weiteren Versuch geben kann." Auch anderweitig will sich EADS nicht nach einem Übernahmekandidaten umschauen. Große Zukäufe stünden derzeit nicht auf unserer Prioritätenliste, machte der Manager deutlich.

Der Produktionsstart des Langstrecken-Airbus A350 könnte sich nach Einschätzung von Wilhelm verzögern. "Der Zeitplan für die Erstauslieferung der A350 im zweiten Halbjahr 2014 ist ambitioniert." Der Auftragsbestand für die A350 von derzeit über 600 Maschinen gebe eine klare Perspektive. "Mit diesem Auftragsbestand können wir Geld verdienen", sagte Wilhelm. Das A350-Programm müsse in der zweiten Hälfte der laufenden Dekade positive Ergebnisbeiträge liefern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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