Erich Sixt
„Erich, du bist ein junger Spund“

Sein Name ist sein Markenzeichen: Erich Sixt hat in den vergangenen 40 Jahren aus dem kleinen väterlichen Fuhrunternehmen den größten Autovermieter Deutschlands gemacht. Im Interview spricht der 64-Jährige über die gestiegenen Benzinpreise, Hybridautos und die Konkurrenz.

Handelsblatt: Herr Sixt, der Sprit wird immer teurer und die Wirtschaft lahmt. Spüren Sie schon, dass die Leute seltener Autos mieten?

Erich Nein, das Vermietgeschäft geht nicht zurück. Aber es gibt aktuelle Warnzeichen am Horizont, vor allem von den Fluggesellschaften. Sollte deren Passagieraufkommen sinken, hätte das natürlich auf unsere Branche Auswirkungen. Viele Reisende mieten unsere Autos am Airport. Generell gilt: Das Risiko hat sich in den letzten Wochen erhöht. Kommt eine Rezession, sparen die Unternehmen natürlich auch an den Reisekosten.

Wie steuern Sie denn gegen, wenn es runtergeht?

Ich bin seit über 40 Jahren im Geschäft, das wäre nicht meine erste Rezession. Wenn ich auf etwas stolz bin, dann darauf, dass ich noch nie Verlust gemacht habe - und das wird auch so bleiben. Unsere Stärke ist die Flexibilität: Wir haben die Vermietautos für sechs Monate im Fuhrpark, dann gehen sie zurück zu den Herstellern und Händlern. Wenn wir weniger Kunden haben, kaufen wir auch weniger Autos ein.

Vor zwei Jahren wollten Sie den Konkurrenten Europcar kaufen. Sind Sie noch interessiert?

Bin ich, aber Europcar steht momentan nicht zum Verkauf. Die Firma macht gute Geschäfte, aber die jetzigen Eigentümer aus der Private- Equity-Branche haben das Unternehmen mit Schulden vollgepumpt, das nimmt Europcar die Luft. Wenn diese Rechnung nicht mehr aufgeht, kämen wir gerne als weißer Ritter, falls die Konditionen stimmen. Aber das ist derzeit Theorie.

Daimler und BMW, Ihre größten Lieferanten, wollen die Preise anheben. Stehen harte Verhandlungen ins Haus?

Wir sind nach wie vor wichtig für die Hersteller, weil wir ihr neutraler Showroom sind. Wenn unsere Kunden mit den Autos fahren, dann beeinflusst das ihre Kaufentscheidung, das ist wie eine Probefahrt. Für die Hersteller ist es deshalb extrem wichtig, dass ihre neuen Modelle in unsere Flotten kommen, denn das ist bestes Marketing.

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