Erleichterung für Einzelhandel
Einheitsgebühr für EC-Karten-Zahlung fällt weg

Die Händler jubeln, die Banken auch: Ab Herbst soll es keine Einheitsgebühren für die EC-Kartenzahlungen mehr geben, so hat es das Kartellamt entschieden. Auch die Kunden sollen am Ende von den neuen Regeln profitieren.
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BonnDeutschlands Einzelhändler dürfen künftig mit den Banken frei aushandeln, welche Gebühr sie dafür zahlen, dass ihre Kunden bargeldlos mit der EC-Karte bei ihnen einkaufen können. Die bisherige einheitliche Gebühr schaffen die Kreditinstitute ab, wie das Bundeskartellamt am Dienstag mitteilte. Die Behörde hatte das sogenannte Einheitsentgelt in Höhe von 0,3 Prozent des Händlerumsatzes als Wettbewerbsbeschränkung gerügt. Von der Neuregelung könnten auch Verbraucher profitieren: Der Handelsverband Deutschland (HDE) erwartet dadurch spürbare Kosteneinsparungen. Wegen des harten Wettbewerbs würden diese voraussichtlich auch an die Kunden weitergegeben, sagte HDE-Sprecher Kai Falk der Nachrichtenagentur dpa.

Der Hintergrund: Bislang zahlen Händler in Deutschland beim Electronic-Cash-System für jeden Zahlungsvorgang mit der Giro- oder EC-Karte ein von den Bankverbänden festgelegtes, einheitliches Entgelt an die Bank, die die Karte ausgegeben hat. Es beträgt 0,3 Prozent des jeweiligen Umsatzes, mindestens aber 8 Cent. Für Umsätze an Tankstellen gilt ein verringerter Satz.

Doch ist diese Regelung dem Bundeskartellamt schon seit einiger Zeit ein Dorn im Auge. „Ein einheitliches durch die Banken festgelegtes Entgelt beschränkt den Wettbewerb“, urteilte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Es gebe dafür keine Rechtfertigung.

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Die Spitzenverbände der Kreditwirtschaft haben sich deshalb nun dem Bundeskartellamt gegenüber verpflichtet, diese Praxis aufzugeben. Künftig soll die Höhe des Entgelts in Verhandlungen zwischen den Banken und den Händlern frei vereinbart werden. „Große Handelsketten oder Mineralölkonzerne sind ohnehin schon längst ausgeschert und haben mit den Banken Rabatte für Transaktionen an ihren Kassen ausgehandelt“, sagte Mundt. Derartige Verhandlungen seien nun auch für kleine Händler möglich.

HDE-Sprecher Falk sagte, der Handel rechne damit, dass die Gebühren nun sinken. „Der Handel freut sich und auch die Verbraucher können sich freuen“, meinte er. Auch die Banken begrüßten die Einigung. Sie stelle sicher, das die Deutsche Kreditwirtschaft dem Handel und den Verbrauchern weiterhin effiziente und sichere Kartenzahlungen zu attraktiven Bedingungen anbieten könne. Die Banken und Sparkassen loben die neue Regelung als „zukunftsweisend und marktorientiert“ und bekräftigten ihren Widerstand gegen die Pläne der EU-Kommission, die Gebühr für die Kartenzahlung per Kreditkarte zu deckeln.

Die Umstellung soll spätestens Ende Oktober abgeschlossen sein. Electronic Cash werde dann das einzige kreditwirtschaftliche Kartenzahlungssystem in Europa sein, dass ohne vom Systembetreiber einseitig festgelegte Händlerentgelte auskomme, betonten die Banken.

Das Electronic-Cash-System mit der Girocard ist nach Angaben des Bundeskartellamtes das mit Abstand führende Kartenzahlungssystem auf dem deutschen Markt. Mit 95 Millionen Karten wurden im Jahr 2013 rund 2,5 Milliarden Transaktionen mit einem Volumen von über 130 Milliarden Euro abgewickelt. Das entspreche einem Marktanteil von über 20 Prozent am Einzelhandelsumsatz in Deutschland, berichtete die Kreditwirtschaft.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Erleichterung für Einzelhandel: Einheitsgebühr für EC-Karten-Zahlung fällt weg"

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  • ist ja schön wenn die gebühr wegfällt. Dann kann michel ja bald auf eine deflationsbedingte preiserhöhung hoffen. natürlich nur unter 1,5% oder so ;-)

  • Die Banken jubeln, die Händler auch!

    Einer wird bezahlen, wer wird das wohl sein? Ich vermute mal der Kunde! Und natürlich kleinere Händler.

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