Erleichterung und Skepsis
"Es war ein nervlicher Kampf"

Der angeschlagene Kaufhauskonzern Karstadt-Quelle scheint mit der Einigung auf einen Sanierungsplan vorläufig gerettet zu sein. Die Beschäftigte in den Warenhäusern reagierten allerdings verhalten.

HB ESSEN. Die wochenlange Anspannung wich auch nach der Einigung auf das Sanierungspaket nicht automatisch. Einige Karstadt-Mitarbeiter machten aber am Donnerstag aus ihrer Erleichterung keinen Hehl. „Es ist schon ein nervlicher Kampf gewesen und jeder ist froh, wenn er seine Arbeit behalten kann“, sagte eine Karstadt-Verkäuferin in Köln.

Gerade in den vergangenen Tagen sei die Stimmung immer schlechter geworden. „Wir haben uns alle viele Sorgen gemacht und vor allem die Älteren, die ja am ehesten hätten gehen müssen, haben die Stimmung nach unten geschaukelt“, sagte eine Kölner Karstadt-Angestellte. Auch in Münster waren die Erwartungen sehr gedämpft. „Egal, wie es ausgeht, es wird nichts Gutes werden“, meinten dort Verkäuferinnen.

Am Tag der Entscheidung war im Düsseldorfer Karstadt-Haus oberflächlich wenig von der Dramatik zu spüren. In der Fernsehabteilung flimmerte auf den Bildschirmen am Nachmittag eine Unterhaltungsserie. Nachrichtenkanäle mit den mehrfachen Eilmeldungen zum Verhandlungsmarathon zwischen dem Management und der Gewerkschaft bekamen die Kunden und das Personal nicht zu sehen.

„Ich habe nicht gedacht, dass das so schnell geht“, zeigte sich eine Verkäuferin nach Dienstschluss überrascht. Etliche vertraten die Auffassung, das Management habe schon seit zehn Jahren die Entwicklung verschlafen. „Das müssen wir jetzt innerhalb von zwei oder drei Jahren ausbaden“, meinte eine Kollegin. Die Zukunft sei wenig rosig. Als Alleinstehende müsse sie nun voraussichtlich mit weniger Geld auskommen. Bereits seit Jahren werde den Mitarbeitern mehr aufgeschultert.

Auch in Köln galt mancher Blick dem eigenen Geldbeutel. Eine 40- jährige Angestellte meinte: „Ich bin gespannt, mit welchen Kürzungen letztendlich die heutige Entscheidung einhergeht. Wir arbeiten ja schon jetzt für wenig Geld.“

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