Ermittlung wegen Bestechung
„Geschenke“ waren bei Philips Usus

In der Bestechungsaffäre beim Elektrokonzern Philips sind Geschenke im Wert von insgesamt 230 000 Euro an Mitarbeiter von Großkunden vergeben worden. Und das durchaus bewusst: Von 2000 bis 2003 gehörte es zur Unternehmenspraxis, Mitarbeitern von Kunden Gutscheine und teure Uhren zu schenken. Erst später schwante Philips, dass diese Maßnahmen illegal sein könnten.

HB HAMBURG. „Im Unternehmensbereich Philips Elektro-Hausgeräte gab es in den Jahren 2000 bis 2003 Vertriebsaktivitäten, bei denen Angestellten von Kunden durch Mitarbeiter von Philips Geschenke angeboten wurden“, teilte Philips am Freitagabend in Hamburg mit.

Nach Mitteilung des Unternehmens ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen 23 Personen, die in dem betroffenen Unternehmensbereich beschäftigt waren. Mehrere von ihnen seien noch immer bei Philips tätig, sagte eine Sprecherin. Der Vorwurf der Ermittler laute Bestechlichkeit beziehungsweise Bestechung auch in besonders schwerem Fall. Der Wert der Geschenke war laut Philips abhängig vom Auftragsvolumen. Die Sachgeschenke reichten demnach von Gutscheinen für Kosmetikartikel bis hin zu teuren Uhren.

Das Unternehmen teilte weiter mit, dass im Jahr 2003 Mitarbeiter des Bereichs Elektro-Hausgeräte erkannt hätten, dass die Aktivitäten potenziell illegal gewesen seien. „Daraufhin wurden die Aktivitäten gestoppt und der Vertrieb darüber informiert, dass es aus rechtlichen Gründen keine vergleichbaren Aktionen mehr geben würde.“ Alle entsprechenden Vertriebsmaßnahmen sollen demnach in Zukunft mit der Rechtsabteilung abgestimmt werden.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hatte bereits am Donnerstag bestätigt, dass Philips-Mitarbeiter im großen Stil Einkäufer deutscher Elektronikmärkte bestochen haben sollen. Sie leitete deshalb ein Ermittlungsverfahren gegen Philips-Mitarbeiter sowie gegen Beschäftigte von Märkten ein. Zu den Betroffenen gehört nach eigener Aussage die Elektronikmarktkette MediaMarkt/Saturn.

Die Korruptionsaffäre bei dem niederländischen Unternehmen ist kein Einzelfall. Erst im Juli war bekannt geworden, dass Mitarbeiter des französischen Autozulieferers Faurecia und andere Autozulieferer Einkaufsmanager deutscher Autokonzerne bestochen haben sollen, um Aufträge zu ergattern. Faurecia-Chef Pierre Lévi trat zurück. Im gleichen Monat hatte Karstadt-Quelle vier Managern seiner Sporthäuser fristlos gekündigt, weil sie angeblich in Korruptionsfälle verwickelt sein sollen.

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