Ermittlungen gegen Kaufhof-Bieter
Wiener Staatsanwälte brauchen mehr Zeit

Die Wiener Staatsanwaltschaft braucht für die Geldwäsche-Ermittlungen gegen René Benko mehr Zeit als zunächst kalkuliert. Laut eines Gutachtens sind die Vorwürfe gegen den Kaufhof-Bieter aber wahrscheinlich nicht zu halten.
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WienDie Wiener Staatsanwaltschaft wird ihre Geldwäsche-Ermittlungen gegen den Kaufhof-Bieter René Benko nicht mehr vor Weihnachten abschließen. „In diesem Jahr passiert nichts mehr“, sagte am Montag ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. In verschiedenen Presseberichten hatte es am Wochenende geheißen, die Ermittlungen würden voraussichtlich noch in dieser Woche abgeschlossen. Ein Gutachten des österreichischen Bundeskriminalamtes komme zu dem Schluss, dass die Geldwäsche-Vorwürfe gegen Benko wahrscheinlich nicht zu halten seien.

Die Staatsanwaltschaft Wien lässt sich bei den Ermittlungen gegen René Benko von den Geldwäsche-Experten des österreichischen Bundeskriminalamtes (BKA) unterstützen. Wie der Sprecher der Wiener Staatsanwaltschaft dazu ergänzte, werde der abschließende Bericht des BKA nicht mehr in diesem Jahr erwartet. Deshalb könne erst nach dem Jahreswechsel entschieden werden, ob die Ermittlungen gegen Benko eingestellt oder weitergeführt würden. Der Bericht des BKA sei jedoch nicht allein dafür ausschlaggebend, ob es zu einer Einstellung oder zu weiteren Ermittlungen gegen den Kaufhof-Bieter kommen werde.

Das Bundeskriminalamt wollte sich zu der Amtshilfe für die Wiener Staatsanwaltschaft überhaupt nicht äußern. Der Leiter der Abteilung Geldwäsche lehnte dazu am Montag jede Stellungnahme ab.

Die Vorwürfe gegen den Kaufhof-Bieter Benko waren erst vor wenigen Wochen Ende November bekanntgeworden. Die Staatsanwaltschaft in Wien ermittelt wegen des Verdachts der Geldwäsche nicht nur gegen René Benko, sondern  gegen zwei weitere Personen. Ausgelöst hatte die Ermittlungen eine Bank in Luxemburg, der Geldflüsse im Umfeld des österreichischen Immobilien-Managers verdächtig vorgekommen waren. Benko selbst hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen und angekündigt, dass die Ermittlungen schon recht bald eingestellt werden könnten. Mit der Veröffentlichung des Geldwäsche-Verdachts sollten seine Chancen beim Kaufhof-Erwerb geschmälert werden.

Auch die Metro AG in Düsseldorf, die Verkäuferin der Kaufhof-Warenhäuser, hat sich auf ein längeres Verkaufsverfahren eingestellt. Der Metro-Aufsichtsrat hat eine Entscheidung über einen Verkauf Ende vergangener Woche auf das neue Jahr vertagt. Außer René Benko bietet auch der Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen für die Kaufhof-Häuser.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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