Erneut Klinikübernahme untersagt
Kartellamt bremst Rhön-Klinikum aus

Das Bundeskartellamt hat dem Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum die Übernahme des Städtischen Krankenhaus Eisenhüttenstadt untersagt. Rhön-Klinikum will dagegen Beschwerde einlegen.

HB FRANKFURT. Rhön-Klinikum dürfe das Krankenhauses mit mehr als 300 Betten nicht erwerben, teilte das Bundeskartellamt am Dienstag mit. Damit solle eine weitere Verstärkung der marktbeherrschenden Stellung von Rhön im Großraum Frankfurt/Oder verhindert werden. Rhön besitze dort bereits das örtliche Klinikum. „Durch den Erwerb des benachtbarten Krankenhauses in Eisenhüttenstadt hätte Rhön seinen Marktanteil um circa 20 Prozent auf über 75 Prozent erhöht“, hieß es der Mitteilung. Der Beschluss des Kartellamts ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Die im Nebenwerteindex MDax notierte Rhön-Aktie lag am Mittag mit 0,7 Prozent im Plus bei 48,45 Euro.

Die Kartellamtsentscheidung sei erwartet worden habe keine Auswirkungen auf die Planungen des Unternehmens, sagte Rhön-Klinikum-Finanzchef Manfred Wiehl zu Reuters. „Wir werden sicherlich dagegen Beschwerde einlegen“, ergänzte er. Rhön peilt für dieses Jahr einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro und einen Konzerngewinn von rund 80 Millionen Euro an. Rhön-Klinikum kann gegen die Kartellamtsentscheidung beim Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf Beschwerde einreichen.

Das Bundeskartellamt wies unter Hinweis auf den Bieterwettbewerb um das Krankenhaus darauf hin, es gebe andere Wettbewerber, bei denen es nicht zu Wettbewerbsverzerrungen kommen würde. Rhön ist einer der führenden privaten Krankenhauskonzerne in Deutschland, betreibt über 30 Kliniken und erzielt damit einen Jahresumsatz von über einer Milliarde Euro. Allein seit Sommer 2004 habe Rhön neun Krankenhäuser mit mehr als 3 000 Betten übernommen.

In einem ähnlichen Fall hatte das Kartellamt dem Klinikbetreiber kürzlich bereits die Übernahme zweier Krankenhäuser in Bad Neustadt an der Saale - dort ist der Firmensitz von Rhön - und Mellrichstadt mit zusammen 270 Betten untersagt. Mit dem Beschluss solle eine weitere Verstärkung der marktbeherrschenden Stellung von Rhön verhindert werden, hatte das Kartellamt die Entscheidung begründet. Durch die geplante Übernahme der Klinik in Bad Neustadt hätte sich in diesem Gebiet nach Angaben des Kartellamts der Marktanteil von Rhön-Klinikum auf 65 Prozent erhöht. Gegen diese Entscheidung hatte der Klinikbetreiber bereits Beschwerde eingelegt.

Zum Jahresende 2004 verfügte das Unternehmen über 9 211 (Vorjahr: 8 365) Betten. Rhön war 1989 als erster deutscher Klinikbetreiber an die Börse gegangen.

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