Erneute Preiserhöhungen möglich: Bahn erreicht die Gewinnzone

Erneute Preiserhöhungen möglich
Bahn erreicht die Gewinnzone

Nach zehn Jahren hartem Sanierungskurs ist die Deutsche Bahn im vergangenen Jahr erstmals aus eigener Kraft in die schwarzen Zahlen gefahren. Die Problemfelder Güter- und Personenfernverkehr will der Konzern bis 2006 saniert haben. Erneut sind allerdings auch Preiserhöhungen möglich.

HB BERLIN. Trotz hartnäckiger Probleme im Fern- und Güterverkehr verbesserte sich 2004 das Betriebsergebnis nach Zinsen um etwa 400 Mill. €, wie Bahnchef Hartmut Mehdorn am Mittwoch sagte. Nach dem Verlust von 172 Mill. € 2003 ergäben sich damit rund 230 Mill. € Gewinn. Eine vorläufige Bilanz soll im März vorgelegt werden. Wegen steigender Energiekosten sind erneute Preiserhöhungen für die Kunden möglich.

Nach den Ankündigungen von Energieversorgern seien nochmals höhere Kosten für Strom zu erwarten, sagte Mehdorn in Berlin. Diese ließen sich „nicht in Luft auflösen“. Nähere Angaben machte er aber nicht. Bereits im vergangenen Jahr hatte der bundeseigene Konzern die Tarife wegen höherer Energiekosten zwei Mal angehoben - zuletzt wurden am 12. Dezember Fahrten im Fernverkehr im Schnitt um 3,1 % teurer, im Nahverkehr außerhalb von Verkehrsverbünden um 3,6 %.

Wegen der steigenden Energiepreise wird die Bahn ihre Fahrpreise nun möglicherweise nochmals erhöhen. „Die Energiepreise machen uns Sorgen“, sagte Mehdorn nach Darstellung der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Preiserhöhungen könne er auch in diesem Jahr nicht ausschließen. Mehdorn fügte hinzu, es liege nicht zuletzt an der Bundesregierung, ob die Tarife bei der Bahn stabil bleiben könnten. Nach wie vor sei das Unternehmen im Verleich zu seinen Konkurrenten bei der Mineralölsteuer, der Ökosteuer wie auch bei der Mehrwertsteuer benachteiligt.

In den ICE und Intercity sei 2004 nach zwei Jahren der Negativtrend bei Auslastung und Fahrgastzahlen gestoppt worden, sagte Finanzvorstand Diethelm Sack. Aus der Verlustzone werde die Fernverkehrs-Sparte aber wohl erst 2006 herausfahren können. Um Fahrgäste zu gewinnen, seien nach ersten Sonderangeboten mit Billigtickets zu Jahresbeginn weitere Aktionen vorgesehen. Im Vergleich zu Billigfliegern würden die Preise der Bahn immer noch zu unrecht als teurer wahrgenommen.

Auch die Güterbahn Railion (früher DB Cargo) werde in diesem Jahr vorerst weiter rote Zahlen schreiben, sagte Sack. Trotz einer fünf Prozent höheren Verkehrsleistung sei 2004 ein starker Preisverfall von sieben Prozent zu Buche geschlagen. Die Sparte müsse sich auch einem wandelnden Markt anpassen, der Fracht weniger in einzelnen Waggons, sondern in ganzen Güterzügen verlange. Mehdorn kritisierte, dass die Bahn im Vergleich zu Lastwagen und dem Luftverkehr weiterhin mit höheren Steuern benachteiligt sei.

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