Ernst & Young
Bald schon kommt die Zeit der Firmenübernahmen

Die Durststrecke ist vorbei. Die Beratungsgesellschaft Ernst & Young prophezeit, dass es bald wieder mehr Firmenübernahmen geben dürfte.
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HB FRANKFURT. Die nächste Welle von Unternehmensfusionen und -übernahmen wird nach den Erwartungen der Unternehmensberater von Ernst & Young nicht mehr lange auf sich warten lassen. „Seit einigen Wochen ist es, als ob die Heizung angedreht worden wäre“, sagte Joachim Spill, der das Fusionsberatungsgeschäft der Gesellschaft in Europa und dem Nahen Osten leitet, am Donnerstag in Frankfurt.

„Wenn ich sehe, was für 2011 erwartet wird, müssten wir die Belegschaft um 50 Prozent aufstocken.“ Investmentbanker, die generell früher in derartige Projekte eingebunden sind, hatten schon von einem arbeitsreichen Sommer gesprochen. Seit der Finanzkrise herrscht Flaute auf dem Markt für Fusionen.

„Die Zuversicht ist seit dem Frühjahr deutlich gestiegen“, betonte Alexander Kron, der das deutsche Beratungsgeschäft bei Ernst & Young führt. Optimistischer als die deutschen Manager sind einer Umfrage zufolge nur noch Russen und Inder. 69 Prozent erklärten, die Finanzierungsbedingungen hätten sich binnen sechs Monaten verbessert, ein Drittel sieht sogar stark verbesserte Konditionen. Die Angst vor einer Kreditklemme sei unbegründet. Banken beteiligten sich schon wieder mit bis zu 250 Millionen an Übernahmekrediten.

Dabei hatten in der im Oktober abgeschlossenen Umfrage von Ernst & Young unter mehr als 1000 Managern die meisten deutschen Unternehmen bei Zukäufen noch abgewinkt. Nur elf Prozent (April: 23) wollten sich in den nächsten zwölf Monaten mit Akquisitionen beschäftigen, im Vordergrund stünden eher Kostensenkungen und die Sicherung der Liquidität. „Man hätte das Geld, setzt aber auf organisches Wachstum“, sagte Die Firmen steckten ihr Geld lieber in Dividenden. „Wir werden ein ziemlich dividendenstarkes Jahr bekommen“, sagte Spill.

Die Übernahmeziele deutscher Unternehmen liegen der Umfrage zufolge vor allem in Schwellenländern. In Ländern wie China, Russland, Indien oder Brasilien wollen 31 Prozent zukaufen, in Industrienationen nur 13 Prozent. Aber auch chinesische Firmen schauten sich verstärkt im deutschsprachigen Raum um. Je mehr Manager mit westlicher Ausbildung dort am Werk seien, desto zügiger würden die früher langwierigen Entscheidungsprozesse, sagte Kron.

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