Ernte nach Hurrikan „Irma“ Geflutetes Gemüse, zerstörte Zitrusfrüchte

Florida ist in der Winterzeit eine wichtige Obst- und Gemüsequelle in den USA. Doch in diesem Jahr hat Hurrikan „Irma“ einen großen Teil der Ernte beschädigt. Wie stark, müssen die Behörden noch herausfinden.
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Weite Teile des US-Bundesstaats wurden von Hurrikan „Irma“ überflutet. Wie groß der Schaden der Landwirte ist, muss nun geprüft werden. Quelle: AP
Haus in Florida

Weite Teile des US-Bundesstaats wurden von Hurrikan „Irma“ überflutet. Wie groß der Schaden der Landwirte ist, muss nun geprüft werden.

(Foto: AP)

New YorkDie Obstbauer in Florida rechnen damit, dass die Schäden durch „Hurrikan“ Irma für Zitrusfrüchte, Gemüse und Zuckerrohr erheblich sind. Da die Strom- und Kommunikationsverbindungen in weiten Teilen des US-Staats weiter unterbrochen sind, wird es nach Behördenangaben Wochen dauern, um ein vollständiges Bild von den Verlusten zu bekommen. „Irma ist genau die Mitte hoch gegangen“, sagt Mark Hudson vom Nationalen Statistikdienst für Landwirtschaft.

„Es war egal, wo man war, weil „Irma“ so breit war.“ Abzuwarten bleibt, wie viele Schäden genau die Früchte erlitten haben, wie viel Geld die Produzenten von der Versicherung bekommen könnten und wie viel mehr Verbraucher für ihren morgendlichen Orangensaft künftig zahlen müssen. Die Orangenernte in Florida beginnt normalerweise um Thanksgiving Ende November herum. Rund 90 Prozent der Orangen werden zu Saft verarbeitet.

Die größten Agrarbetriebe der Welt
Holsteiner Rinder für Katar
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Holsteiner Rinder für Katar: Der blockierte Wüstenstaat will seine Milchversorgung sichern und die Zahl der Kühe im Land von 4000 auf schrittweise 25.000 Tiere erhöhen. Eine immer noch überschaubare Zahl, wenn man sie mit den großen Agrarbetrieben der Welt vergleicht. Eine Übersicht.

Quelle: agrarheute.com

Al Safi Dairy in Saudi Arabien
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37.000 Holstein-Rinder und 700.000 Liter Milch pro Tag: Das Unternehmen, dass 1979 durch Prinz Mohammed Bin Abdullah Al Faisal gegründet wurde, schaffte es im Jahr 1998 als der größte vollstufige Milchviehbetrieb der Welt ins Guinness Buch der Rekorde. 2011 ging Al Safi ein Joint Venture mit dem französischen Lebensmittelkonzern Danone ein. Diese Partnerschaft sicherte dem Unternehmen einen Anteil von 36 Prozent am saudi-arabischen Milchmarkt.

Ekoniva in Russland
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Russlands größter Bauer kommt aus Deutschland: Der im Odenwald aufgewachsene Stefan Dürr hat es in Russland zum größten Milchproduzenten gebracht. Dürrs Imperium Ekoniva, aufgebaut durch die Übernahme zahlreicher insolventer Agrargenossenschaften, bewirtschaftet mittlerweile fast 3400 Quadratkilometer Land. Mehr als 45.000 Milchkühe produzieren 1000 Tonnen Milch täglich, insgesamt hält der Betrieb über 99.000 Rinder. 5000 Mitarbeiter erwirtschafteten 2016 an acht Standorten in Russland eine Betriebsleistung von 149 Millionen und ein EBIT von 32 Millionen Euro. Dabei geht das Unternehmen rustikal gegen landestypische Unsitten vor – wer mit Alkohol erwischt wird, fliegt raus.

APH Hinsdorf
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Einer der größten Agrarbetriebe Deutschlands mit insgesamt 10.800 Hektar bewirtschafteter Ackerfläche ist die APH Hinsdorf im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt. Die Genossenschaft produziert im Jahr circa 20.000 Tonnen Weizen und ist Partner von BASF.

KTG Agrar in Deutschland
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Mehr als 800 Mitarbeiter, Landwirtschaft auf über 46.000 Hektar Land: Die KTG Agrar des Bayern Siegfried Hofreiter war bis zum Sommer 2016 der größte Agrarkonzern Europas, mit 46.000 Hektar Ackerland in Deutschland und Litauen. Dann konnte das börsennotierte Unternehmen die Zinsen für eine Anleihe nicht rechtzeitig zahlen, nach der geplatzten Zwischenfinanzierung eines Grundstücksverkaufs folgte die Insolvenz. 10.000 Investoren hatten zwei Anleihen über insgesamt nominal 342 Millionen Euro gezeichnet. Die Gesamtschulden von KTG liegen bei 600 Millionen Euro.

National Trust in Großbritannien
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Größter Landbesitzer in England, Wales und Nordirland ist der National Trust, Präsident einer der größten Organisationen in Großbritannien ist Prinz Charles (Foto). Dem Trust gehören mehr als 250.000 Hektar Land und knapp 1200 Kilometer Küstenlinie. Das Geschäftsmodell: Zahlreiche britische Adlige vermachten ihre Herrenhäuser und Ländereien der Stiftung. 185.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen sind verpachtet, die verbliebenen 15.000 Hektar – zumeist Weideflächen – werden mit eigenem Personal gemanagt.

Mudanjiang in China
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Der Milchviehbetrieb im Nordosten Chinas befindet sich noch im Bau, soll am Ende aber 100.000 Milchkühe versorgen. Das Futter für die Tiere soll auf etwa 100.000 Hektar Land in China sowie Russland angebaut werden. Der Betrieb soll noch auf 200.000 Hektar erweitert werden. Damit wird er zum größten Milchviehbetrieb der Welt.

Die Prognosen für die Anbausaison 2016 bis 2017 sagten 68,5 Millionen Kisten Orangen und 7,8 Millionen Kisten Grapefruits voraus. Die Orangenernte war nach Zahlen des US-Landwirtschaftsministeriums über 886 Millionen Dollar (etwa 739 Millionen Euro) wert, die Grapefruiternte knapp 110 Millionen Dollar (etwa 91,7 Millionen Euro).

„Vor Hurrikan „Irma“ bestand eine gute Chance, dass wir diese Saison mehr als 75 Millionen Kisten Orangen auf den Bäumen haben würden, wir haben jetzt viel weniger“, sagt Shannon Stepp, Exekutivdirektorin der Zitrusbehörde von Florida. Erste Berichte deuten darauf hin, dass der Wind durch „Irma“ viel Obst von den Bäumen holte, doch relativ wenig Bäume entwurzelte. Dies wird den Bauern langfristig helfen.

Wie Sprecherin Lisa Lochridge vom Obst- und Gemüseverband von Florida sagt, muss der Süden des Staats, abhängig von der Region, Berichten zufolge einen Ernteverlust von 50 bis 70 Prozent wegstecken. Nördlich davon seien die Verluste „nur knapp geringer“. Der Mitgründer der Commodity Weather Group, Joel Widenor, sagt voraus, dass der Gesamtverlust bei der Orangenernte zehn Prozent betragen wird, der bei der Grapefruiternte 20 bis 30 Prozent.

Er schätzt den Zuckerrohrverlust auf zehn Prozent. Die Zuckerrohrernte sollte am 1. Oktober beginnen. Erwartet wurde eine „sehr gute“ Ernte von rund 2,1 Millionen Tonnen, wie der Geschäftsführer der Florida Sugar Cane League, Ryan Weston, sagt.

„Ich habe noch nie so viel Obst am Boden gesehen“
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