Ernüchterung bei Burberry
Ein britisches Luxusproblem

Chinas Konsumflaute hinterlässt tiefe Spuren bei der Luxusmarke Burberry. Auf die Gewinnwarnung des Modekonzerns reagierten die Investoren geschockt: Die Aktie brach zeitweise um 12 Prozent ein.

LondonEine kurze Verbeugung nur - und weg ist er. Als die Luxusmarke Burberry Ende September in einem extra dafür aufgebauten Glaspalast im Londoner Kensington Gardens ihre neue Damen-Kollektion für das Frühjahr 2016 präsentiert, lässt sich Vorstandschef und Chefdesigner Christopher Bailey am Ende nur kurz blicken, um die Sängerin Alison Moyet zu umarmen. Der 44-Jährige hat momentan anderes im Sinn, als sich feiern zu lassen. Denn die Zeiten für den britischen Modekonzern, der für seine mit Karostoff gefütterten Trenchcoats bekannt ist, werden rauer.

Bailey musste am Donnerstag bei der Vorlage der Halbjahreszahlen eine Gewinnwarnung aussprechen. Die Gruppe mit Sitz in London habe mit einem zunehmend schwierigen Geschäftsumfeld für Luxusartikel zu kämpfen, vor allem im wichtigen Markt China, räumte Burberry ein. Ein britisches Luxusproblem. Investoren reagierten verschreckt: Die Aktien von Burberry fielen zeitweise um mehr als zwölf Prozent - der tiefste Fall innerhalb eines Tages seit rund drei Jahren.

Der Schock sitzt tief. Dabei sah es lange Zeit so aus, als ob die britische Luxusmarke - anders als viele Konkurrenten - immun gegen die Abschwächung auf dem wichtigen Luxusmarkt China sei. Während etwa beim Konkurrenten Gucci die Einnahmen in China zuletzt schon stagnierten, konnte Burberry im abgelaufenen Geschäftsjahr noch einstellig wachsen. Die Zeiten sind nun vorbei. In China und Hongkong gingen die Erlöse in den drei Monaten bis Ende September deutlich zurück. Die Folge: Insgesamt legten die vergleichbaren Handelsumsätze im zweiten Quartal lediglich noch um zwei Prozent zu.

„Die Umsatzentwicklung ist schlimmer als gedacht“, befindet Rogerio Fujimori, Analyst von RBC Capital Markets. Burberry reiht sich damit in die Liste von Luxusfirmen ein, die vom mauen Geschäft in Asien schwer getroffen werden: Das italienische Modehaus Prada hatte bereits vor einigen Monaten einen drastischen Gewinneinbruch verzeichnet. „Wir glauben, dass der Rückgang makroökonomisch begründet ist“, betonte nun Burberry-Finanzchefin Carol Fairweather.

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Luxus gerät in China unter Generalverdacht

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