Eröffnung auf Düsseldorfs Kö
Aldi drängt in die besten Lagen

Der Discounter eröffnet in Düsseldorf eine Filiale auf der Königsallee. Doch Aldi verfolgt damit nicht etwa eine neue Luxusstrategie, sondern geht nur mit einem Trend der Zeit – ausnahmsweise.
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DüsseldorfAldi bleibt bei seinem Understatement, auch auf der Düsseldorfer Königsallee. Nein, das Sortiment sei nicht anders, und nein, die Preise seien nicht höher, und nein, auch die Einrichtung sei dieselbe wie sonst. Die Aldi-Mitarbeiter lächeln, als sie die Fragen der rund 20 Journalisten in der neuen Filiale beantworten. Aber wie sonst ist es eben auch nicht. Die neue Adresse des Discounters klingt nach Luxus, nicht nach Aldi: Königsallee 106, Düsseldorf.

Auf der Prunkstraße, auf der sonst Luxusmarken wie Prada oder Gucci ihre Ware verkaufen, eröffnet die deutsche Supermarktkette am 30. Juni eine neue Filiale. 1000 Quadratmeter Fläche an Düsseldorfs bester Adresse: Das klingt, als strebe Aldi ins hochwertigere Segment. Doch der Discounter will nicht plötzlich Champagner und Kaviar zu exorbitanten Preisen verkaufen. Der Discounter strebt eine andere kleine Revolution an: Aldi drängt stärker in die deutschen Innenstädte.

„Wenn es möglich ist, wollen wir noch mehr in die Innenstädte“, sagt Filialentwickler Jan Riemann auf dem Presserundgang durch die neue Filiale. Zwar sind dort die Durchschnittskäufe kleiner, weil es – wie auch bei der Filiale auf der Kö – keine Parkplätze gibt und die Konsumenten im Schnitt weniger einkaufen. Doch insgesamt kommen mehr Kunden, manche sogar mehrmals täglich, weil die Standorte zu Fuß besser zu erreichen sind. Es ist ein Trend, den auch andere große Supermarktketten bereits aufgegriffen haben, etwa Rewe und Penny mit ihren „To Go“-Filialen. Ungewöhnlich ist nur, dass Aldi auf einen Trend aufspringt.

Anders als Rewe setzt Aldi aber nicht plötzlich auf ein anderes Sortiment. Die Aldi-Filiale an der Kö sieht größtenteils aus wie gewohnt: Kaffee und Spirituosen am Eingang, große Paletten, Billigangebote. Nur die Sortierung ist teilweise anders: So liegen Snackangebote wie Sandwiches und Foccachia im Kühlfach kurz vor der Kasse.

„Die Mittagssnacks sind ein besonderer Service“, sagt Dennis Preyer, Regionalverkaufsleiter bei Aldi. Damit will Aldi nicht nur die Menschen aus dem Wohngebiet, sondern auch die Laufkundschaft aus den Büros in den Laden locken. Das sei aber kein spezielles Angebot in der Kö-Filiale, schiebt Preyer schnell hinterher. 

Auch sonst bleibt der Discounter seinem minimalistischen Konzept treu. Während andere Konkurrenten in größeren Städten längst bis Mitternacht geöffnet haben, will Aldi auch künftig lediglich bis 20 Uhr öffnen. Den üblichen Sonderangeboten bleibt die Supermarktkette auch an der Kö treu, nächste Woche sollen Herrenmode und Bettwäsche stark reduziert sein.

Wie viel solche Aktionen bringen, lässt sich an dem Raum erahnen, den der Discounter dafür schafft. Zwei der sechs Regal- und Tiefkühlreihen stehen explizit für Rabattaktionen zur Verfügung. „Der Aktionsbereich ist im Vergleich zur alten Filiale an der Friedrichstraße fünf Mal so groß“, erklärt Preyer.

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Aldi will die Königsallee aufwerten

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