Erste Festnahmen
Weiteres verdorbenes Fleisch in NRW entdeckt

Die bundesweite Suche von Lebensmittelkontrolleuren nach verdorbenem Fleisch ist abermals „erfolgreich“ gewesen. In einem Betrieb in der Nähe von Köln wurde insgesamt eine Tonne ungenießbares Fleisch sichergestellt. Auch in Düsseldorf wurde Fleisch beschlagnahmt.

HB KÖLN. Der Inhaber des Troisdorfer Fleisch- und Wurstwarenhandels sei festgenommen worden und werde vernommen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Freitag. Nach Angaben der Kreisverwaltung war das Fleisch größtenteils falsch deklariert, verdorben sowie verschimmelt und habe die Mindesthaltbarkeitsdaten überschritten. Das Kreisveterinäramt habe den Betrieb sofort geschlossen. Lebensmittelkontrolleure hätten die Verstöße bei einer Routineuntersuchung festgestellt. Es handele sich um Rindfleisch, Schweinefleisch, Geflügelfleisch und Wurstwaren. Der Händler sei den Behörden in der Vergangenheit "mit ähnlichen Verstößen" aufgefallen, und der Betrieb sei deshalb 2003 vorübergehend geschlossen worden.

Auch in Düsseldorf stellten Inspektoren möglicherweise verdorbenes Fleisch in einem Tiefkühlhaus sicher. Ein Sprecher der Stadt sagte, den Kontrolleuren sei aufgefallen, dass bei Teilen des drei bis vier Tonnen gefrorenen Geflügelfleischs die Haltbarkeitsdaten abgelaufen seien. Das Fleisch werde nun untersucht. Ergebnisse seien in der kommenden Woche zu erwarten.

Die verdorbenen Lebensmittel von Troisdorf und Düsseldorff stammen nach dem derzeitigen Kenntnisstand nicht aus der in Gelsenkirchen beschlagnahmten Ware. Im Kühlhaus der dortigen Firma Domenz hatten die Behörden in der vergangenen Woche 60 Tonnen Fleisch beschlagnahmt. Später stellten Kontrolleure bundesweit mehr als 130 Tonnen Fleisch der Firma sicher, das zu Lebensmitteln verarbeitet werden sollte. Die komplette Menge war nach Untersuchungen verdorben. Die Stadt erklärte, alle bei Domenz genommenen Fleisch-Proben seien von staatlichen Prüfern als nicht mehr verzehrbar beanstandet worden. Die Ware sei länger als erlaubt gelagert worden. Zudem seien Frostbrand sowie starke Geruchs- und Geschmacksabweichungen festgestellt worden.

Als Konsequenz erwägt die Stadt Gelsenkirchen, dem Im- und Exportunternehmen den Weiterbetrieb zu verbieten. Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) hatte eine stärkere Kontrolle der Handelswege und Verfallsdaten angekündigt. Außerdem plant er eine Anzeigepflicht für Unternehmen, denen verdorbenes Fleisch angeboten wurde. Der Bauernverband forderte darüber hinausgehende Maßnahmen. Der Vorsitzende des Fleisch-Fachausschusses, Franz-Josef Möllers, sagte im NDR, es müssten speziell trainierte Ermittler eingesetzt werden, „die förmlich riechen, wo was zum Himmel stinkt und sofort den Laden schließen“.

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