Erste Gespräche über Übernahme laufen
Deutsche Post interessiert sich für Logistiker Exel

Der Bonner Logistiker Deutsche Post fühlt beim britischen Konkurrenten Exel für eine eventuelle Übernahmeofferte vor.

HB LONDON/BONN. Noch sei nicht absehbar, ob die Gespräche zu einem Angebot für die Briten führen, teilten Exel und die Post am Donnerstag mit. Die Verhandlungen befänden sich in einem frühen Stadium.

Exel ist mit mehr als 100 000 Mitarbeitern und einem Umsatz von etwa zehn Milliarden Euro weltweit einer der führenden Logistik- Dienstleister. Mit einer Übernahme von Exel könnte die Post ihre Position in der Kontraktlogistik, wo sie weltweit nur auf Rang vier steht und sich bisher mit etwa 1,1 Prozent des Weltmarktanteils bescheiden muss, deutlich ausbauen.

Die Aktien von Exel legten am Freitag um 16 Prozent zu, der Börsenwert des Unternehmens stieg damit auf rund 3,4 Milliarden Pfund (gut 4,9 Milliarden Euro). Die Titel der Post drehten ins Minus drehten fielen um fast drei Prozent auf unter 20 Euro.

Eine Analystin von BNP Paribas sieht einen möglichen Zusammengang äußerst positiv. "Die Post und Exel passen sehr gut zusammen." Nur bestehe die Gefahr, dass Exel mit ihrem Pfund wuchere, weil der Post die Alternativen fehlten, sagte Jacqueline Lerique. So könne Exel den Preis sehr hoch schrauben. Das Geld für eine solche milliardenschwere Übernahme stünde der Post erst nach einer Kapitalerhöhung zur Verfügung.

Spekulationen über einen Einstieg der Deutschen Post bei Exel halten sich seit drei Jahren, sie waren von den beteiligten Unternehmen aber nie bestätigt worden. Post-Chef Klaus Zumwinkel hatte noch im Juni erklärt, größere Übernahmen kämen für die Post derzeit nicht in Frage. In Asien und Amerika schaue sich der Bonner Konzern nach kleineren Akquisitionen um. Zuletzt hatte die Post bei der Privatisierung von Postunternehmen in mehreren europäischen Ländern einen Rückzieher gemacht.

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