Erste Hauptversammlung des Versandhändlers
Zalando macht mal auf ganz locker

Erwachsen zu sein, aber das Kind in sich zu spüren, kein Start-up mehr zu sein, aber dennoch so zu denken: Das ist der Spagat, den Zalando auf seiner ersten Hauptversammlung vorführt. Eigentlich kann das nicht gut gehen.
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BerlinEs dauert 20 Minuten, dann lehnt sich Robert Gentz in seinem Stuhl zurück und verzieht den Mund zu einem leicht gequälten Lächeln. Nur noch sein Gesicht lugt hinter der Tischkante hervor. Bis dahin haben sich die Vorstandschefs tapfer gerade gehalten und ernst geguckt, während der Versammlungsleiter zur Einführung die Formalien und Regularien zur ersten öffentlichen Hauptversammlung von Zalando verliest.

Vor sieben Jahren haben Gentz und sein Mitgründer David Schneider noch auf dem Fußboden ihres Wohnzimmers Schuhe in Kartons gepackt. „Wir waren ein Flip-Flop-Versand“, sagt Gentz. Jetzt sind sie der größte Online-Modehändler Europas und seit vergangenem Oktober an der Börse notiert. Nach anfänglichen Kurseinbrüchen hat die Aktie bis heute 35 Prozent zugelegt. Wenn alles gutgeht, könnte das Unternehmen morgen in den M-Dax aufsteigen.

Die Aktionäre sollen an ihre Stimmkartenblöcke und die Vollmachtskarte denken, wenn sie rausgehen und bitte nicht in den Versammlungsräumen rauchen, sagt Lothar Lanz, Aufsichtsratsmitglied nicht nur bei Zalando, sondern unter anderem auch bei Axel Springer, ein alter Hase im Hauptversammlungsgeschäft sozusagen. Für viele aus dem Publikum ist es das erste Mal. Die Aktionäre sind nicht nur deutlich jünger, sondern auch deutlich besser gekleidet, als das bei den Hauptversammlungen der meisten Unternehmen der Fall ist. Manche kauen während der Einführung an ihren Fingernägeln.

Bis das Licht ausgeht und der Film beginnt. Die Show ist längst nicht so grell wie die ersten Werbespots von Zalando mit dem Slogan „Schrei vor Glück“. Man sieht auch nicht nur hippe junge Menschen in schicken Klamotten, sondern viele Lagerhallen und Logistikzentren. Und einen Ausblick in die Zukunft des Unternehmens: Da fotografiert eine junge Frau in der U-Bahn eine Mitfahrerin, die eine Jeans-Weste trägt, die ihr gefällt. Sie schickt das Bild an Zalando. Und bekommt innerhalb von Sekunden nicht nur das gewünschte Modell, sondern auch noch zehn ähnliche Produkte zum Kauf angeboten.

Das ist die Hauptbotschaft des Tages: Zalando ist kein Start-up mehr, muss aber wie eines denken und sich ständig weiter erneuern, wenn der Wachstumskurs fortgesetzt werden soll. Das letzte Jahr ist gut gelaufen. Bei einem Umsatz von 2,2 Milliarden Euro, 26 Prozent mehr als im Vorjahr, betrug der Gewinn unter dem Strich 62,1 Millionen Euro. Das Unternehmen ist profitabel. Nach einem überraschend starken ersten Quartal in 2015 erhöht der Vorstand seine Prognose für das laufende Jahr: Das Wachstum werde wieder am oberen Ende der angepeilten Spanne von 20 bis 25 Prozent liegen, die bereinigte Ebit-Marge 4,5 statt 3,4 Prozent betragen.

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  • Denke auch das da letztendlich nur relativ kurzfristig was "zu holen" ist; die Preise sind Standard; keine wirklichen Schnäppchen für den Endkunden - und Schnäppchen heisst weniger Umsatz und wichtiger: weniger Gewinn. Retourensendungen Im Klamottengeschäft sind normal; sonst würde kein Mensch da was kaufen - also kein "i" Punkt.

    Da gibt es ganz andere Onlineversender die ich als Endkunde viel interessanter finde: Dress-for-less z.B.

    Letztendlich werden die Grundinvestoren auf Dauer nur Idis suchen die ihnen das Ding für viel Kohle abkaufen; da will das Kind schön aufgehübscht sein...

    Weiteres Problem sehe ich mittlerweile auch das Onlineversender zu viel anbieten; kein Mensch schaut das durch; zu unübersichtlich. Ich mache da schon oft die Klappe vorher zu - ohne Kauf - weil mir die Zeit oftmals einfach zu schade ist ... und mal ganz ehrlich: wir haben doch alles.

  • 2,2 Millionen Umsatz? Wer rechechiert den Müll? Man man man...und das in einer "Wirtschaftszeitung"

  • ein hype, der sich bald wieder legen wird. Wer hier hinein inversiert, bleibt langfristig gesehen auf der Strecke....

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