Erste Schließung einer Tochter in Mainz
Pin Group bereitet Mitarbeiter auf Entlassungen vor

Eine Rettung der Pin Group durch einen finanzstarken Investor rückt immer weiter in die Ferne. In einer dem Handelsblatt vorliegenden Mitteilung an die Pin-Mitarbeiter bereiten die Insolvenzverwalter Bruno Kübler und Pin-Verwaltungsrat Horst Piepenburg die Pin-Belegschaft bereits auf Schließungen und Arbeitsplatzabbau vor.

DÜSSELDORF. Denn bei den seit Jahresanfang laufenden Verhandlungen mit Investoren für die gesamte Gruppe konnten "noch keine wesentlichen Fortschritte" erreicht werden, heißt es in der Mitteilung. Nach Handelsblatt-Informationen sind die meisten der ursprünglich 30 Kaufinteressenten für die Gruppe mit 90 Gesellschaften und 9 000 Mitarbeitern abgesprungen. Die Gruppe steht damit als bundesweiter Konkurrent der Deutschen Post vor dem Aus.Denn auch bei den verbliebenen Investoren handele es sich um Interessenten, "die strategisch planen, also nicht unbedingt an einer kurzfristigen Lösung interessiert sind", so die Mitteilung.

Gleichzeitig haben Kübler und Piepenburg daher bereits Verhandlungen mit Investoren aufgenommen, die "eher an regionalen Lösungen interessiert sind." Damit droht dem Briefdienst als bundesweite Zustellgruppe die Zerschlagung und der Verkauf in Einzelteilen. Dies führt laut der Pin-Mitteilung aber dazu, "dass einige Pin-Gesellschaften ihren Dienst einstellen und Arbeitsplätze auch in den verbleibenden Pin-Gesellschaften verloren gehen können."

Auch hier sind aber offenbar bereits Entscheidungen gefallen. Mit der West Mail Zustelldienste II aus Mainz (postino) steht die erste Schließung unmittelbar bevor, wie aus einem Fax an die Kunden hervorgeht, das dem Handelsblatt vorliegt. Betroffen sind 100 Mitarbeiter. Die Firma ist eine Tochter der West Mail Holding in Langenfeld und war früher eine Tochter der Mainzer Lokalzeitung "Allgemeine Zeitung", hinter der die Verlagsgruppe Rhein-Main steht.

Zwar geben die Pin-Chefs die Hoffnung auf Rettung durch einen Investor noch nicht auf. Doch die Zeit drängt. Denn Ende Februar läuft für 11 der 37 insolventen Pin-Töchter mit 7 500 Mitarbeitern der Anspruch auf Insolvenzgeld aus, im März bei den weiteren 26. Damit konnte Pin-Chef Piepenburg bislang die Lohnzahlungen aufrechterhalten. Ohne einen finanzstarken Investor wird dies nicht mehr möglich sein.

Seite 1:

Pin Group bereitet Mitarbeiter auf Entlassungen vor

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%