Erster Flug ab Berlin-Tegel Easyjet startet Angriff auf die Lufthansa

Der britische Billigflieger Easyjet hat heute seinen innerdeutschen Betrieb gestartet. Die Airline setzt sich für ihr Deutschland-Geschäft hohe Ziele. Die Passagierzahl soll mehr als verdoppelt werden.
Update: 05.01.2018 - 13:49 Uhr 1 Kommentar

Easyjet will Passagierzahl in Deutschland verdoppeln

Easyjet will Passagierzahl in Deutschland verdoppeln

BerlinDer britische Billigflieger Easyjet will nach dem Air Berlin-Deal sein Engagement in Deutschland kräftig ausweiten und die Passagierzahl mehr als verdoppeln. Im Geschäftsjahr 2018 (per Ende September) werde man voraussichtlich 18 Millionen Fluggäste befördern, sagte Europachef Thomas Haagensen am Freitag zum Start des ersten Fliegers von Berlin-Tegel. Im vorigen Geschäftsjahr seien es gut acht Millionen gewesen.

Kurz nach 10.30 Uhr hatte Easyjet seinen innerdeutschen Betrieb gestartet. Feuerwehrfontänen spritzten auf die Startbahn, als sich die orange-weiße Maschine in Bewegung setzte. Ihr Ziel: München.

Der Berliner Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup sprach von einem wichtigen Schritt nicht nur für den Standort Berlin. „Es gibt in Deutschland wieder mehr Konkurrenz.“ Die Route nach München ist eine der vier innerdeutschen Strecken. Ab Sonntag bietet Easyjet von aus Tegel Verbindungen nach Frankfurt, Stuttgart, München und Düsseldorf an. Diese Strecken hatten zuletzt die Lufthansa und ihre Billigtochter Eurowings dominiert. Der deutsche Marktführer wurde für erhöhte Flugpreise kritisiert.

Das Bundeskartellamt überprüft derzeit die angeblich überhöhten Ticketpreise der Lufthansa. Kartellamtschef Andreas Mundt sagte in einem Interview, das Unternehmen könne sich nicht hinter seinem computerbasierten Preissystem verstecken. Die Lufthansa hat nach eigenem Bekunden nicht an der Preisschraube gedreht und im November auf eine Software verwiesen, die abhängig von der Nachfrage automatisch die Preise für bis zu 26 Buchungsklassen ermittelt. Mundt hielt dem entgegen: „Solche Algorithmen werden ja nicht im Himmel vom lieben Gott geschrieben.“

Im Zuge der Insolvenz von Air Berlin sind die Ticketpreise für manche Inlandsflüge nach Experteneinschätzung um bis zu 30 Prozent gestiegen. Nach zahlreichen Beschwerden hatte das Kartellamt Ende November eine Prüfung angekündigt. Es werde untersucht, ob eine Preisschwelle übertreten worden sei, ab der Lufthansa ihre neue Macht missbraucht und die Preise unangemessen heraufgesetzt habe, erläuterte Mundt. Eine Studie, die dem Handelsblatt vorliegt, zeigt allerdings, dass die Preise im Januar wieder deutlich zurückgegangen sind.

Easyjet hat Unternehmensteile der insolventen Air Berlin für 40 Millionen Euro übernommen und will bis zu 25 Maschinen in Tegel betreiben. Bisher haben die Briten in der Hauptstadtregion nur in Berlin-Schönefeld zwölf Maschinen stationiert. Künftig sei Berlin mit insgesamt 37 Flugzeugen nach London Gatwick die zweitgrößte Basis von Easyjet.

Haagensen sagte, das Unternehmen fliege in diesem Winter von Tegel aus 19 Ziele an, zum Ende der Sommersaison sollen es dann mehr als 40 sein. Easyjet wolle verstärkt Geschäftsreisende ansprechen mit Zielen wie Wien, Zürich, Kopenhagen und Stockholm.

Welche Airlines es mit Ryanair aufnehmen könnten
Platz 10: Flybe
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Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt informiert im „Low Cost Monitor“ zweimal jährlich über die aktuellen Entwicklungen im Billig-Segment der Flugbranche. Das ist insofern wichtig, als die Billigflieger inzwischen monatlich Hunderttausende, manche sogar eine siebenstellige Anzahl an Passagieren befördern. So bot die britische Fluggesellschaft Flybe allein im vergangenen Juli 315.113 Sitze an. Im Vergleich mit den sonstigen Angeboten in Europa reicht das aber gerade so für Rang 10.

Quelle: DLR Low Cost Monitor 2/2017

Platz 9: Aer Lingus
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Die Airline mit dem Kleeblatt ist die nationale Fluglinie Irlands und ist heute eine Tochtergesellschaft der International Airlines Group. Die Geschichte der Air Lingus reicht zurück bis ins Jahr 1936. Damals nahmen die irischen Unternehmer Sean O'Madhaigh und Thomas J. Flynn rund 100.000 Pfund Sterling in die Hand und gründete die „Aer Lingus Teoranta“. Der Flugbetrieb wurde mit einer de Havilland Dragon aufgenommen, die Platz für sechs Personen bot. 81 Jahre später stellen die Iren innerhalb eines Monats ein Sitzplatzkontingent von 328.946.

Platz 8: Jet2
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Erst seit 2003 sind Flieger der britischen Jet2 im Luftverkehr zu erspähen. Flugziele der Airline sind außerhalb der britischen Insel hauptsächlich Urlaubsdestinationen im Mittelmeer sowie einige europäische Städte. In Deutschland werden die Düsseldorf, München und Berlin angeflogen. Im Juli 2017 konnte die junge Airline ein Kontingent von 345.414 Sitze anbieten.

Platz 7: Transavia/Transavia France
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Die Transavia ist ein Billigflieger, der 1966 von einem Belgier und einem Schotten in den Niederlanden gegründet wurde. Die KLM Royal Dutch Airlines erwarb 1991 rund 80 Prozent der Anteile an der Fluglinie. Zwölf Jahre später erfolgte die vollständige Übernahme. Nur ein Jahr später kam dann allerdings der Zusammenschluss von KLM und Air France, weshalb Transavia heute eine Tochtergesellschaft der Air France-KLM ist. Im Jahr 2007 wurde mit der Transavia France eine weitere Tochter gegründet, die sich vom niederländischen Flieger aufgrund derselben Bemalung kaum unterscheiden lässt. Zusammengenommen kommen die beiden Töchter im vergangenen Juli auf 359.149 Sitze.

Platz 6: Wizz Air
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Die einzige osteuropäische Fluglinie in diesem Ranking hat ihren Sitz in Ungarn. Erst seit 2004 unterwegs, ist der Billigflieger mit derzeit 28 Basen die bedeutendste Billigfluggesellschaft in Mittel- und Osteuropa. Das gesetzte Ziel, wie Ryan vor allem Flughäfen in der Nähe von europäischen Großstädten anzufliegen, ging voll auf. Im Juli 2017 lag die Kapazität bei 661.080 Passagieren.

Platz 5: Eurowings/Germanwings
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Im Jahr 1993 entstand die „Eurowings Luftverkehrs AG“ ursprünglich aus dem Zusammenschluss der Nürnberger Flugdienst (NFD) und der Reise- und Industrieflug (RFG). Der Dortmunder Unternehmer Albrecht Knauf hielt zunächst 98,2 Prozent der Anteile. Im Frühjahr 2001 stieg die Lufthansa zunächst mit einem Anteil von 24,9 Prozent ein. Zehn Jahre später erfolgte die komplette Übernahme. Seit 2002 firmiert ein Billigflieger der damaligen Eurowings AG unter dem Namen Germanwings. Dieser wurde schon 2009 vollständig an die Kranich-Airline verkauft. Heute sind die beiden Wings-Flieger weiter eng miteinander verknüpft und kamen im vergangenen Juli zusammen 662.473 Sitzplätze.

Platz 4: Norwegian Air
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Auch in Skandinavien findet sich mit der Norwegian ein erfolgreicher Billigflieger. Im Jahr 1993 als norwegischer Regionalflieger gestartet, wurde die Gesellschaft neun Jahre später auf das Billigflug-Konzept umstrukturiert und hat seither das europäische Geschäft kontinuierlich ausgebaut. Vor drei Jahren wurde in Irland die Tochtergesellschaft Norwegian Air International gegründet. Durch die Standortwahl bekam die Linie Verkehrsrechte der EU, wodurch man Zugriff auf das Open-Skies-Abkommen erhielt, was wiederum die Durchführung von Flügen in die USA ermöglicht. Der Schritt war auch aufgrund eines Rekrutierungsbüros in Singapur, um thailändisches Bordpersonal anzuwerben, nicht unumstritten. Das Konzept der Norweger geht dennoch auf: Im Juli konnten sie ein Kontingent von 775.828 Sitzplätzen stellen.

In Tegel will Easyjet bis September auch rund 1000 neue Mitarbeiter einstellen, vorzugsweise ehemalige Angestellte von Air Berlin. Das Unternehmen werden dann bis zu 1700 Menschen in Deutschland beschäftigen, sagte Haagensen.

Zugleich baut auch Eurowings ihr Angebot im größeren der beiden Hauptstadtflughäfen aus. Vom 18. Januar an bietet die Gesellschaft Flüge ab Tegel nach München und Karlsruhe/Baden-Baden an. In Europa kommen Helsinki, Kopenhagen, Göteborg, Stockholm, Budapest, Krakau, Lanzarote, Fuerteventura, Teneriffa, Gran Canaria, Alicante, Malaga, Mailand, und Funchal auf Madeira hinzu. Insgesamt sind das 16 Ziele.

Die Air-Berlin-Pleite hatte 2017 das langjährige Wachstum in Tegel gestoppt. Die Betreiber zählten dort 20,5 Millionen Passagiere, 3,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Dank Schönefeld gab es an den beiden Berliner Flughäfen zusammen mehr als 33,3 Millionen Passagiere, ein kleines Plus von 1,3 Prozent. Die letzte Air-Berlin-Maschine war am 27. Oktober 2017 von München kommend in Tegel gelandet.

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  • rtr
  • dpa
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1 Kommentar zu "Erster Flug ab Berlin-Tegel: Easyjet startet Angriff auf die Lufthansa"

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  • EASYJET HAT 180 MIO GESPART - JETZT KANN EASYJET LUFTHANSA PLATT MACHEN
    und der deutsche Steuerzahler finanziert das ganze!
    Brav echauffiert Lauda, brav dich für deine englischen Freunde stark gemacht!

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