Erster öffentlicher Auftritt
Arcandor-Chef Eick redet die Krise klein

Die Hauptversammlung des Handels- und Touristikkonzerns Arcandor am Mittwoch war der erste große Auftritt des neuen Chefs Karl-Gerhard Eick. Er redete die Probleme klein – und verschonte seinen Vorgänger.

DÜSSELDORF. Seine Herkunft kann Karl-Gerhard Eick nicht verleugnen. Auch nach zehn Jahren unter Rheinländern – neun Jahre davon im Vorstand der Deutschen Telekom, den Rest als Finanzchef von Haniel in Duisburg – sagt der gebürtige Schwabe immer noch „Grise“, wenn er „Krise“ meint. Er sagt es oft an diesem Tag – und es klingt wie vieles im Schwäbischen: klein.

Es ist sein erster öffentlicher Auftritt als Vorstandsvorsitzender von Arcandor, bei der Hauptversammlung des Unternehmens in Düsseldorf am gestrigen Mittwoch. Nach nur 17 Tagen im Amt fällt dem 55-Jährigen die undankbare Aufgabe zu, Arcandors Aktionärsversammlung Rechenschaft über die Lage des Essener Handels- und Touristikkonzerns abzulegen. Die ist katastrophal. Also sagt Eick das, was man so sagt in solchen Situationen: „Wir werden die Ärmel hochkrempeln und uns an die Arbeit machen“, ruft er. Er spricht von „Kärrnerarbeit“, und er spürt „große“ Herausforderungen.

Groß sind vor allem die Verluste, die die Aktionäre des vormals unter Karstadt-Quelle firmierenden MDax-Konzerns präsentiert bekommen: 754 Millionen Euro Miese häuften die Essener im vergangenen Geschäftsjahr an – neben mehr als zwei Milliarden Euro Finanzschulden und Mietverbindlichkeiten. Das Tafelsilber ist längst verkauft, und noch immer muss Arcandor um seine Liquidität bangen. Im Juni werden Konsortialkredite über 650 Millionen Euro fällig. Drohen die Banken, wie schon im September, mit einem Ausstieg, wankt der Konzern in die Zahlungsunfähigkeit.

Da wundert es nicht, dass an diesem Tag nahezu sämtliche Redner fordern, Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern. „Hier gab es ein klares Managementversagen“, poltert ein Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK).

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