Erster Sanierungserfolg
Karstadt-Mitarbeiter bekommen wieder Urlaubsgeld

Karstadt ging beim Kaufhof-Verkauf leer aus. Die Mitarbeiter der Warenhauskette hingegen sollen nicht dasselbe erleiden. Im Zuge der ersten Sanierungserfolge sollen sie im laufenden Jahr wieder Urlaubsgeld erhalten.
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DüsseldorfDie angeschlagene Warenhauskette Karstadt stellt nach der Schlappe im Rennen um einen Zusammenschluss mit dem Konkurrenten Kaufhof erste Erfolge ihrer Sanierung heraus. Die Karstadt-Beschäftigten sollen nun doch noch Urlaubsgeld für 2015 bekommen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die zunächst im Zuge der Sanierung gestundeten Zahlungen sollen nun im Juli fließen. Darauf hätten sich Karstadt-Chef Stephan Fanderl, der neue Gesamtbetriebsratsvorsitzende Jürgen Ettl sowie Verdi-Verhandlungsleiter Arno Peukes verständigt. Einem Insider zufolge macht Karstadt für die Zahlung rund 13 Millionen Euro locker. Darüber berichtete auch die „Welt“. Karstadt wollte sich nicht äußern. Fanderl habe zudem vor Betriebsräten bekräftigt, dass der Warenhausriese im Geschäftsjahr 2014/15 der Gewinnschwelle nahe kommen wolle, hieß es weiter.

Karstadt-Eigner Rene Benko hatte für Kaufhof geboten, um die beiden Ketten zu einer „Deutschen Warenhaus Holding“ zusammenführen zu können. Der Plan scheiterte aber – der Kaufhof-Mutterkonzern Metro gab dem nordamerikanischen Handelsriesen Hudson's Bay den Zuschlag. Karstadt muss sich nun auf einen scharfen Wettbewerb einstellen.

„Wir haben weiter einen harten Weg vor uns, bis Karstadt vollständig gesund ist und über die modernsten Einzelhandelsprozesse des Marktes verfügt“, sagte Fanderl laut Karstadt weiter. „Aber wir sehen bereits in den Büchern, das wir das Ruder herumgerissen haben.“ Die Tarifverhandlungen sollten baldmöglichst fortgeführt werden. „Wir tun im Hinblick auf das Urlaubsgeld 2015 und weitere Forderungen unseres Sozialpartners genau das, was für Karstadt auch leistbar ist und uns weiterbringt.“

Die Karstadt-Führung hatte im Mai 2013 eine „Tarifpause“ für die damals noch rund 17.000 Beschäftigten ausgerufen – der Warenhausriese sparte sich so Lohnerhöhungen. Bislang sollen nur die drei Luxushäuser um das Berliner KaDeWe in die Tarifbindung zurückkehren. Fanderl pocht für die übrigen Teile auf tiefe Einschnitte. Verdi fordert hingegen eine Standort- und Beschäftigungssicherung sowie die zügige Rückkehr in die Tarifbindung.

Fanderl zufolge kommt Karstadt beim Umbau voran. Der Warenhauskonzern werde "kundennäher". Auch das Management müsse den Weg vorgeben und mehr Aufgaben übernehmen, um die Wege im Unternehmen kürzer zu machen. "Verkäuferinnen und Verkäufer haben nur noch eine Aufgabe: verkaufen, verkaufen und nochmals verkaufen", sagte der Karstadt-Chef vor Betriebsräten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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