Erstes Quartal
Neulinge drücken Metro ins Minus

Der Einzelhandelsriese Metro – die Nummer drei der Welt – hat im ersten Quartal einen Millionenverlust eingefahren. Grund waren hohe Kosten für die Integration der übernommenen Wal-Mart-Märkte in Deutschland und von Geant Polen. Dennoch sehen weder Konzernführung noch Analysten einen Grund zur Klage.

HB DÜSSELDORF. Das operative Ergebnis (Ebit) rutschte in den Monaten Januar bis März von 138 auf 123 Mill. Euro, wie der Konzern am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. Ausschlaggebend hierfür waren die hohen Verluste der Supermarkt-Kette Real, in die auch die übernommenen Märkte eingegliedert werden. Die Integration der Zukäufe schlug mit 15 Mill. Euro zu Buche, was konzernweit zu einem Nettoverlust im fortgeführten Geschäft von 9 Mill. Euro führte.

Die Analysten waren dennoch zufrieden, hatten sie doch mit einem noch schlechteren operativen Ergebnis gerechnet. Auch beim Umsatz wurden ihre Erwartungen übertroffen. Dieser stieg um 12,1 Prozent auf 14,9 Mrd. Euro. Selbst bereinigt um Zukäufe legte der Umsatz noch um 7,8 Prozent zu.

Sogar im Heimatmarkt Deutschland mit seiner gestiegenen Mehrwertsteuer konnte Metro einen Umsatzsprung von 9,7 Prozent verbuchen; die Übernahme von Wal Mart ausgeklammert waren es immerhin noch 2,1 Prozent. Besonders mit seinen Elektronik-Töchtern Media Markt und Saturn sowie mit seinen Cash&Carry-Märkten machte der Handelsriese gute Geschäfte. Dagegen weitete das langjährige Problemkind Real wegen der Wal-Mart-Integration seinen Verlust von 40 auf 56 Mill. Euro aus. Bei den Kaufhof-Warenhäusern stagnierte der Umsatz, der operative Verlust fiel mit 23 Mill. Euro allerdings geringer aus als im Vorjahr mit 26 Mill. Euro. Das erste Quartal gilt im Einzelhandel gemeinhin als schwach.



„Die Metro hat ein starkes Fundament für ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2007 gelegt“, resümierte Konzernchef Hans-Joachim Körber. Der Konzern habe in allen Regionen zulegen können und vor allem in Asien und Osteuropa ein deutliches Plus verzeichnet. In punkto Umsatz soll der Aufschwung im zweiten Quartal anhalten. „Insgesamt sehen wir nicht, dass der Trend bricht“, sagte Körber auf die Frage nach dem Geschäftsverlauf im April. Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern. In 2007 will Metro weiterhin den Umsatz einschließlich der Zukäufe um 8 bis 9 Prozent steigern. Das Ebit soll um 6 bis 8 Prozent über den in 2006 erzielten 1,91 Mrd. Euro liegen.

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