Erstes Quartal
Verkehrsleistung der Bahn gestiegen

Im ersten Quartal hat die Deutsche Bahn ihre Verkehrsleistung um 10,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert, wie das Unternehmen am Donnerstag in Berlin mitteilte.

HB BERLIN. Auf vergleichbarer Basis sei die Leistung um 9,4 Prozent auf 41,3 Mrd. Personentonnenkilometer (Ptkm) gestiegen. Der Umsatz im ersten Quartal 2006 lag den Angaben zufolge mit 7,1 Mrd. Euro um 1,2 Mrd. oder rund 20 Prozent über dem Vorjahreswert. Auf vergleichbarer Basis habe das Umsatzwachstum gut 0,5 Mrd. Euro oder knapp neun Prozent betragen.

Sowohl der Personenverkehr als auch der Güterverkehr legten im ersten Quartal zu, wie die Bahn berichtete. Beim Personenverkehr verzeichnete sie eine Zunahme um 4,1 Prozent. „Dazu haben sowohl der Fernverkehr, der Regionalverkehr als auch der Stadtverkehr mit den S-Bahnen beigetragen.“

Der Schienengüterverkehr von Railion Deutschland habe sogar um 14,4 Prozent zugelegt. „Die positiven Leistungsdaten haben unter anderem dazu geführt, dass Umsatz und Ergebnis der DB AG deutlich über Vorjahr liegen.“ Andere Eisenbahnunternehmen, die das Netz der DB AG nutzten, hätten ihre Leistung sogar um rund 20 Prozent gesteigert, gemessen in Trassenkilometern. Über die Personen- und Tonnenkilometer kann die Deutsche Bahn AG keine Aussagen treffen, da sie über die Netz AG lediglich die gefahrenen Leistungen ermitteln kann, nicht aber die Auslastung.

„Bei Netz-Abtrennung müsste Bund Schulden tragen“

Der Bund müsste nach Angaben der Deutschen Bahn Schulden von bis zu 15 Mrd. der Netztochter tragen, wenn der Konzern ohne Schienen privatisiert würde. Diese Summe entspreche der Rückabwicklung von Eigenbeiträgen der Bahn für das Netz, sagte Bahn-Vorstand Otto Wiesheu der „Wirtschaftswoche“ einem Vorabbericht vom Donnerstag zufolge. Dazu gehörten auch die Schulden für Kostenüberschreitungen bei Bauprojekten. Bleibe das Netz bei der Bahn, würde das Unternehmen die Schulden weiter tragen. Der Konzern insgesamt wies Ende 2005 Netto-Finanzschulden von knapp 20 Mrd. Euro aus. Das Netz wird im Kern vom Staat finanziert. Die Bahn muss aber bei Bauvorhaben einen Eigenbeitrag leisten.

Bei der Experten-Anhörung im Bundestag am Mittwoch waren die Vermögensverhältnisse der Bahn ebenfalls zur Sprache gekommen. Der SPD-Abgeordnete Uwe Beckmeyer hatte auf Unklarheiten und möglicherweise falscher Zuordnung etwa von Immobilien im Konzern gesprochen. In der Experten-Anhörung wurde die Vermutung geäußert, die Bahn könne sich auf Kosten der Netz-Tochter reich rechnen, um so eine Trennung für den Staat unattraktiv erscheinen zu lassen. Der Vize-Präsident des Bundesrechnungshofes, Norbert Hauser, hatte bei der Anhörung daher vor einer zweiten Entschuldung der Bahn gewarnt. Bei der Bahnreform 1994 waren bereits der Bundes- und der Reichsbahn die Schulden erlassen worden.

Bahnchef Hartmut Mehdorn drängt auf einen Börsengang zusammen mit dem Netz. Zuletzt hatte auch Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee von dieser Option gesprochen. Im Verkehrsausschuss des Bundestages gibt es eine starke Tendenz dagegen. Die Entscheidung soll eigentlich bis September fallen. In der SPD wird aber bereits eine Verschiebung wegen ungelöster Fragen erwogen.

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