Erstmals seit Beginn der Expansion
Flughafen Köln-Bonn rechnet mit Gewinn

In diesem Jahr will der auf Billigflugangebote spezialisierte Flughafen Köln-Bonn seine ursprünglichen Wachstumsprognosen übertreffen. Dabei wird erstmals seit Beginn der Expansion vor fünf Jahren ein Gewinn angestrebt.

HB KÖLN. Der siebtgrößte deutsche Flughafen wird in diesem Jahr nach Angaben vom Dienstag rund 9,4 Mill. Passagiere befördern, zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Geplant war nur ein Zuwachs von sieben Prozent. 2006 solle die Marke von zehn Mill. Passagieren überschritten werden, sagte Flughafenchef Michael Garvens anlässlich einer Zwischenbilanz für die ersten neun Monate.

Unter dem Strich und nach Abzug aller Sonderaufwendungen werde der Flughafen in diesem Jahr drei Mill. € Gewinn machen. 2004 gab es ein ausgeglichenes Ergebnis, zuvor mehrere Jahre lang Verluste. Der Umsatz soll sich Garvens zufolge wie in den Vorjahren schwächer als das Passagierwachstum entwickeln und um 6,6 % auf 244 Mill. € steigen.

Für das starke Wachstum seien zusätzliche Strecken und eine bessere Auslastung bei den beiden Billigfluggesellschaften Germanwings und HLX verantwortlich. Bei der Fracht will Köln-Bonn in diesem Jahr um rund sechs Prozent auf 640 000 Tonnen wachsen, im kommenden Jahr ähnlich stark.

Mittelfristig rechnet Garvens damit, dass die öffentlichen Eigentümer Bund, Land Nordrhein-Westfalen und Stadt Köln Anteile an private Investoren verkaufen. Interessenten gebe es in Hülle und Fülle. „Ich schließe auch einen Börsengang grundsätzlich nicht aus. Doch eine Entscheidung über eine andere Eigentümerstruktur sehe ich nicht innerhalb der nächsten drei Jahre“, sagte der Flughafenchef der Nachrichtenagentur Reuters. In Deutschland ist bislang nur der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport an der Börse notiert.

Zunächst müsse aber im kommenden Jahr der Streit mit der Bundesregierung um mögliche Pacht-Nachzahlungen für die Nutzung des bundeseigenen Flughafengrundstücks beigelegt werden. Bisher zahlt der Flughafen im Jahr nur 500 000 €. Der Bund verlangt aber rückwirkend ab 1996 jährlich rund 13 Mill. € Pacht.

Garvens bekräftigte erneut seine Pläne, in Köln-Bonn einen Billiganbieter für Langstreckenflüge anzusiedeln. Im vorigen Jahr war der erste Anlauf mit der amerikanischen ATA gescheitert, die Konkurs anmeldete. Es gebe weiterhin konkrete Gespräche mit mehreren Interessenten. „Wir sehen drei Ziele mit starken Wachstumschancen auch im Billigflugbereich. Das sind China, Indien und natürlich die USA, sowie auch die ehemaligen GUS-Staaten in Osteuropa.“

Zu den potenziellen Partnern des Flughafen Köln-Bonns gehörten auch arabische Fluggesellschaften, sagte Garvens. Emirates als größter arabischer Anbieter fliegt bereits vom Nachbarflughafen Düsseldorf. „Es gibt auch andere aufstrebende Fluggesellschaften aus der Golf-Region“, sagte Garvens.

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