Es gibt auch in Stammmärkten genug Expansionsmöglichkeiten
Eon checkt Russland ab

Deutschlands größter Energiekonzern Eon hat offenbar Interesse, in den russischen Markt einzusteigen, lässt sich aber dafür noch Zeit. Frühestens Anfang nächsten Jahres würden die Prüfungen, ob Russland für Eon ein Investitionssschwerpunkt werde, abgeschlossen sein, sagte Vorstandschef Wulf Bernotat am Freitag.

HB ST. PETERSBURG. Ein erster Schritt ist jedoch getan. Eon will sich am Projekt eines neuen Gaskraftwerkes in der Region Tula südlich von Moskau beteiligen. Bernotat bezifferte den Eon-Anteil an dem 500-Mill.-Euro-Projekt auf 100 Mill. Euro. Noch nicht unterschriftsreif ist hingegen die Absichtserklärung für den Bau einer neuen Gaspipeline durch die Ostsee mit einem Volumen von rund 6 Mrd. Euro.

Abgesehen von Russland gebe es aber auch in den angestammten Märkten von Eon noch ausreichend Expansionsgelegenheiten, sagte Bernotat. Vor dem im August vorgestellten Konzernumbau hatte Eon wiederholt eine Expansion in den USA nicht ausgeschlossen. Bernotat sagte in St. Petersburg, auch ein finanzstarker Konzern wie Eon müsse sich bei so großen Märkten wie den USA und Russland für einen Markt entscheiden.

Absichtserklärung für Gaspipeline kommt bald

Mit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung für den Bau einer Gaspipeline durch die Ostsee sei bald zu rechnen, sagte der Chef der Eon-Tochter Ruhrgas, Burckhard Bergmann. Einschränkend fügte er hinzu: „Die Absichtserklärung ist nur ein Schritt auf einem langen Weg bis zu einer Investitionsentscheidung.“ Die Absichtserklärung werde zunächst von Eon-Ruhrgas und der BASF-Tochter Wintershall sowie dem russischen Gasproduzenten Gazprom unterzeichnet. Angesichts der Größe des Projekts seien aber weitere Partner wahrscheinlich.

Der Gazprom-Manager Alexander Medvedev sagte auf der gemeinsam mit Eon-Ruhrgas veranstalteten Pressekonferenz, die Ölmultis Shell und TotalFinaElf hätten schon Interesse an einer Beteiligung gezeigt.

Entscheidung über VNG-Verkauf noch nicht gefallen

Die Entscheidung über den Verkauf der Anteile am ostdeutschen Gasversorger VNG ist Bernotat zufolge noch nicht gefallen. Die Angebote würden noch geprüft. Für die rund 40-Prozent-Beteiligung, die Eon/Ruhrgas im Zuge ihrer Fusion abgeben müssen, bewirbt sich neben anderen auch die französische Gaz de France. Gazprom-Manager Medvedev sagte, eine VNG-Beteiligung mache Sinn, weil das Leipziger Unternehmen einen Großteil seines Erdgases aus Russland beziehe. „Wir haben ein interessantes Angebot gemacht“, sagte Medvedev. In Branchenkreisen werden allerdings den finanzstarken Franzosen die größeren Chancen eingeräumt, bei VNG zum Zuge zu kommen.

Am Freitag gab der staatliche norwegische Energieversorger Statkraft bekannt, für die Anteile von Eon an VNG und EWE geboten zu haben. „Ich kann bestätigen, dass wir ein Angebot für Eon's Anteile an EWE und VNG abgegeben haben“, sagte Statkraft-Sprecher Ragnvald Naeroe am Freitag. Angaben zur Höhe des Angebots für die 27,4 Prozent an EWE und die 42,1 Prozent an VNG machte er nicht.

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