Escada
Eine neue Chefin für das deutsche Luxuslabel

Ein Jahr lang war der Chefposten bei Escada unbesetzt. Nun wechselt Iris Epple-Righi an die Spitze des Luxusmodekonzerns. Was die 50 Jahre alte Deutsche schnell in Angriff nehmen muss: der Marke neuen Glanz verleihen.

DüsseldorfDie Modebranche rätselte lange, wer die internationale Größe unter den deutschen Luxusmodekonzerne künftig führen sollte. Fast ein Jahr war der Posten des CEO bei Escada in Aschheim bei München vakant.

Jetzt erst präsentiert Inhaberin Megha Mittal aus der indischen Eigentümerfamilie des Stahlriesen Arcelor Mittal den neuen Chef, besser gesagt die neue Chefin: Iris Epple-Righi soll Escada wieder auf Kurs bringen. Die 50 Jahre alte Managerin wechselt vom PVH-Konzern, zu dem die Marken Calvin Klein und Tommy Hilfiger gehören.

In der Branche sorgt die Ernennung der Deutschen für Überraschung. Niemand hatte die Frau, die zuletzt Marken-Managerin für Calvin Klein in Europa war, auf dem Zettel. Mancher Experte hätte einen bekannteren Manager aus der obersten Führungsriege erwartet.

Epple-Righi kommt ursprünglich aus dem Handel. Sie arbeitete zum Beginn ihrer Karriere 14 Jahre lang beim Stuttgarter Textilkaufhaus Breuninger, bevor sie dann zur PVH-Gruppe kam. Skepsis ist vor allem deshalb zu hören, weil Escada das internationalste Modeunternehmen Deutschlands ist, das etwa 90 Prozent seines Umsatzes von zuletzt 300 Millionen Euro im Jahr 2012 im Ausland erzielt.

Die indische Eigentümerin Mittal hatte in letzter Zeit wenig Glück mit ihrem Führungspersonal. Nach dem Abgang von Ex-Boss-Chef Bruno Sälzer fand Mittal schließlich den international erfahrenen Amerikaner Glenn McMahon. Doch der sprang nach einem halben Jahr Mitte 2015 schon wieder ab. Wie damals im Fall von McMahon ist sie auch jetzt überzeugt, mit Epple-Righi die richtige Führungskraft für Escada gefunden zu haben.

Doch die Lage von Escada ist schwierig. Die neue Chefin muss den angeschlagenen Luxuskonzern weiter sanieren. Im Oktober musste Mittal verkünden, dass sie 200 Stellen von insgesamt 1.500 streichen muss. Die Zentrale in Aschheim schrumpft somit auf fast die Hälfte. Das ist Teil eines großen Sanierungsprogramms. Ob das ausreicht, ist allerdings offen.

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Neuer Laden auf der Düsseldorfer Königsallee

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