Esso, Jet und Total beim Benzinabsatz gleichauf
Bei Tankstellen spielt Esso nur zweite Geige

Im Wettbewerb der Tankstellen in Deutschland ist Esso abgeschlagen. Mit weitem Abstand hinter den unangefochtenen Marktführern BP/Aral (Absatzmarktanteil 22 %) und Shell/Dea (20 %) kämpft Exxon Mobil (Esso) mit Conoco (Jet) und der französischen Total um den dritten Platz. Esso, Total und Jet liegen in ihren Marktanteilen jeweils bei 9 bis 10 %.

beu HAMBURG. Total hat aufgeholt, weil die Franzosen von Shell/Dea 133 Tankstellen übernommen haben. Das Kartellamt hatte sowohl BP/Aral als auch Shell/Dea auferlegt, Stationen zu verkaufen, damit die Fusionen genehmigt werden. Total hat jetzt 1 176 Tankstellen. Esso besitzt bereits 1 351 Stationen und musste deshalb abstinent bleiben.

Conoco besitzt zwar nur 732 Tankstellen, doch liegt bei Jet der Absatz pro Station überdurchschnittlich hoch. Wie es aus Marktkreisen heißt, hat Jet im ersten Halbjahr 2003 gegenüber dem bisherigen dritten Esso bereits die Nase vorn gehabt.

Entsprechend unzufrieden zeigt sich Wingolf Lachmann, Vorstandsvorsitzender der Exxon Mobil Central Europe Holding GmbH. Durch das von Esso als erstem Tankstellenbetreiber eingeführte Kundenbindungsprogramm „Swop“ war es im letzten Jahr gelungen, neue Kunden an die Stationen zu locken. Seit aber die anderen großen Anbieter mit ähnlichen Programmen nachgezogen haben, ist Esso wieder zurückgefallen.

„Wir sind bei den Tankstellen mit dem Ergebnis im ersten Halbjahr nicht zufrieden“, sagt Lachmann. In Frankfurt, Berlin und München beginnt der Konzern daher damit, große Tankstellen mit hoher Kundenfrequenz nach dem von der Konzernmutter Exxon international getesteten Konzept „On The Run“ für jeweils 1 bis 3 Mill. Euro pro Station umzurüsten. Das Shop- und Bistrogeschäft wird dabei deutlich ausgeweitet. Hierfür steht in Deutschland nach Lachmanns Angaben ein „zweistelliger Millionenbetrag“ zur Verfügung.

Während Exxon Mobil im Bereich Tankstellen kämpft, steht der Konzern im Erdgasgeschäft gut da. Mit seinem 100 %igen Anteil an der Fördergesellschaft Mobil Erdgas-Erdöl GmbH und 50 % an der BEB verfügt das Unternehmen in Deutschland über 270 Milliarden Kubikmeter Reserven an heimischem Gas und fördert jährlich 16 Milliarden Kubikmeter. Zusammen mit den Importen von Schwestergesellschaften steuert Exxon Mobil 20 % zur deutschen Erdgasversorgung bei.

Lachmann hat starke Vorbehalte gegen den geplanten Regulierer für das Erdgasgeschäft. Wenn überhaupt, sollte dieser nur die Rahmenbedingungen setzen, sagt er. Bereits getätigte Investitionen müssten geschützt bleiben.

Mit den betriebswirtschaftlichen Kennziffern tut sich Lachmann schwer. Nach den vom Konzern vorgelegten Zahlen erwirtschaftete die deutsche Tochter des US-Ölriesen Exxon im Jahr 2002 einen Gewinn nach Steuern von 324 Mill. Euro, nach 995 Mill. Euro im Vorjahr. Dabei lag das operative Ergebnis mit rund 690 Mill. Euro nur knapp unter dem des Vorjahres mit geschätzten 695 Mill. Euro. Während Exxon Mobil 2001 netto rund 300 Mill. Euro Sondererträge aus der Rückzahlung von Förderzinsen einstreichen konnte, wurde das Jahr 2002 mit rund 190 Mill. Euro Sonderabschreibungen in Tschechien und Ungarn belastet. Worum es sich dabei handelte, ließ Lachmann offen.

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